Wirtschaft : MLP will Korrektheit seiner Bilanzen beweisen

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Frankfurt (Main) (pot/HB). Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP will mit mehr Transparenz auf die Turbulenzen um angebliche Bilanztricks reagieren. Der Dialog mit Investoren und Medien solle intensiviert werden, kündigte MLP bei der Vorlage der Quartalszahlen an. Vorstandschef Bernhard Termühlen räumte gestern im Gespräch mit dem Handelsblatt ein, dass „MLP als Wachstumsunternehmen mehr tun muss als andere Firmen“, um die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells transparent zu machen.

Termühlen lehnte dagegen die Forderung von Kleinaktionären nach einer Sonderprüfung ab. Er betonte erneut, MLP bilanziere rechtlich einwandfrei und im Rahmen der üblichen Praxis. Außerdem „kostet eine Sonderprüfung Millionen und dauert Monate“, sagte Termühlen dem Handelsblatt. Ein Anlegermagazin hatte behauptet, MLP überzeichne das Gewinnwachstum und baue Schulden außerhalb der Bilanz auf. Termühlen bestreitet dies vehement. „Die Vorwürfe sind vollkommen ungerechtfertigt."

Dies will sich das Unternehmen auf der Hauptversammlung am kommenden Dienstag von unabhängigen Experten bestätigen lassen. Die MLP-Aktie war vergangene Woche um ein Drittel eingebrochen, nachdem ein Anlegermagazin dem Unternehmen Bilanztricks vorgeworfen hatte. Am Montag hatte sich die Aktie dann kräftig erholt. Gestern ging sie erneut auf Talfahrt und schloss um ein halbes Prozent schwächer.

Zuvor hatte MLP über einen Anstieg des Vorsteuergewinns im ersten Quartal um 32 Prozent auf 24,5 Millionen Euro berichtet. Dies entsprach den Erwartungen der Analysten. Dagegen lag das Umsatzwachstum von 21 Prozent auf 243 Millionen Euro unter den Prognosen. Zugleich bekräftigte MLP die Gewinnprognose für dieses Jahr, die von einem Ertragsplus von 30 Prozent ausgeht.

Der Heidelberger Finanzdienstleister will nun die Kommunikation mit Analysten und Medien intensivieren und dafür auch neue Mitarbeiter in den Bereichen Investor Relations und Unternehmenskommunikation einstellen.

Rückendeckung erhielt MLP gestern von einigen Analysten. So bekräftige M.M. Warburg seine Kaufempfehlung;MLP werde das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen, meinen die Analysten.

Derweil nimmt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) die Kursverluste bei MLP unter die Lupe. Geprüft werde sowohl im Hinblick auf mögliche Insidervergehen als auch auf Marktmanipulation, sagte eine Sprecherin. Die Untersuchung befinde sich allerdings erst im Anfangsstadium, ein formelles Verfahren sei noch nicht eröffnet.

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