Wirtschaft : Mobilcom bietet Gratis-Telefonate zu Weihnachten

SCHLESWIG / BERLIN (fbe/dw).Die Schleswiger Telefongesellschaft Mobilcom bietet über Weihnachten kostenlose Ferngespräche an.Am ersten und zweiten Weihnachtstag können alle Telefonkunden ab 19 Uhr bis Mitternacht kostenlos unter der Vorwahl 01019 Ferngespräche führen, teilte Mobilcom am Dienstag in Schleswig mit.Mit diesem Weihnachtsgeschenk wolle sich Mobilcom dafür bedanken, daß bereits sechs Millionen Kunden die Dienste des Anbieters regelmäßig nutzen, heißt es in der Mitteilung.Um die kostenlosen Ferngespräche zu nutzen, ist keine Anmeldung oder Registrierung notwendig.Der Kunde muß auch nicht bereits Nutzer von Mobilcom sein.

Auch eine Reihe anderer Anbieter ist zur Weihnachtszeit mit Sondertarifen auf den Markt gekommen.So bieten Talkline (Elmshorn), Viag Interkom (München), TelDaFax (Marburg) und die Deutsche Telekom (Bonn) verbilligte Ferngespräche an.Allerdings ist bislang noch kein Unternehmen so weit gegangen, Telefoneinheiten zu verschenken.Gratis-Einheiten sind bislang vor allem in den USA üblich: Kleine regionale Telefongesellschaften, die sogenannten Babybells, bieten dort zum Teil sogar kostenlose Ortsgespräche an, wobei sie sich über eine Grundgebühr oder entsprechend höhere Ferntarife refinanzieren.

Die Deutsche Telekom werde nicht mit neuen Preisnachlässen auf die Weihnachtsofferte von Mobilcom reagieren, erklärte ein Unternehmens-Sprecher am Dienstag.Für das Gratisangebot der Mobilcom zeigte der Telekom-Vertreter in einem Rundfunk-Interview wenig Verständnis: "Die nächste Stufe wäre dann, daß Mobilcom jedem Kunden pro Gespräch noch zwanzig Pfennig draufzahlt." Das Schleswiger Unternehmen Mobilcom zählt - gemessen an den Gesprächsminuten bei Ferngesprächen - zusammen mit Mannesmann Arcor und Otelo zu den größten Herausforderern des Exmonopolisten Telekom.Anders als die Mitbewerber, hat Mobilcom jedoch nur zurückhaltend in ein eigenes Netz investiert, sonder zieht es vor, Netzkapazitäten anzumieten.Bereit am Beginn der Marktliberalisierung zum 1.Januar 1998 hatte das vom ehemaligen Sixt-Manager Gerhard Schmid gegründete Unternehmen mit einem für damalige Verhältnisse einmalig günstigen und übersichtlichen Angebot bundesweit einen hohen Bekanntheitsgrad erworben.Der bislang geltende Mobilcom-Tarif von 19 Pfennig pro Minute, egal welche Entfernung zu welcher Tageszeit, soll aber demnächst den neuesten Kampfpreisen der Deutschen Telekom angepaßt werden.Mobilcom-Chef Schmid hatte für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr die Bekanntgabe eines neuer Tarife angekündigt.

Telekom-Konzernsprecher Ulrich Lissek erklärte am Dienstag in Bonn, sein Unternehmen werde auch gerichtlich nicht gegen das Weihnachtsgeschenk der Mobilcom vorgehen.Auch er erwarte, daß der Maketing-Gag des Billiganbieters frustrierte Kunden zurücklassen werde.Die ständig überlasteten Leitungen würden in diesen Stunden dauerbesetzt sein.Da das eifrige Pfennigfuchser frustrieren werde, werde das Unternehmen nicht den gewünschten Imagegewinn erreichen, sagte Lissek.

Es sei die Strategie der Mobilcom, besonders außergewöhnliche Produkte anzubieten, begründete Torsten Kollande, Sprecher der Mobilcom, das Weihnachtsangebot der Telefongesellschaft.Mobilcom halte nichts von halbherzigen Lösungen wie die unzureichenden Tarifsenkungen, wie sie von anderen Gesellschaften angeboten werden.Bevor die Mobilcom an die Öffentlichkeit getreten sei, habe die Rechtsabteilung das Angebot auf die wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit hin überprüft.Nach dem Ergebnis der Hausjuristen sei das Gratis-Angebot wettbewerbsrechtlich unbedenklich, sagte Kollande.Mobilcom rechne auch nicht damit, daß die Leitungen zusammenbrechen.Aber wenn, gehe man davon aus, daß die Kunden auch nicht vor zeitweilig besetzten Leitungen zurückschrecken würden.Er hofft sogar, daß die Attraktivität des Angebots einige Kunden so begeistern werden, daß sie dauerhaft auf die Dienstleistungen des Unternehmens vertrauen werden.

Sie finden eine Übersicht der "Weihnachtsschnäppchen" der Telefonanbieter in diesem Tagesspiegel auf der Seite 19.Informationen gibt es auch im Internet unter "www.billiger-telefonieren.de", "www.teltarif.de oder "www.connect-online.de".

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