Wirtschaft : Mobilcom: Bilanz weiterhin nach IAS-Richtlinien

Das Telekommunikationsunternehmen Mobilcom will sich nach außen weiterhin nach den internationalen Richtlinien IAS darstellen. "Die Bilanzierung nach IAS ist internationaler Standard und wird von allen großen Unternehmen praktiziert", heißt es in einer Mitteilung der Mobilcom AG. "IAS ist insbesondere wichtig, um amerikanische Investoren zu gewinnen. Das Abschluss nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) ist hierfür völlig untauglich." Hintergrund für die Mobilcom-Äußerung ist ein Artikel im "Handelsblatt", in dem es hieß, die Mobilcom-Verluste für das Jahr 2000 fielen nach HGB mit rund einer Milliarde Mark deutlich höher aus als nach IAS mit 180 Millionen Mark. Der kritische Punkt sind dabei die Kosten für die UMTS-Lizenz von rund 16 Milliarden Mark, die nach IAS erst mit dem Beginn des UMTS-Netzstarts 2002 als Zinsen und Abschreibungen über die Laufzeit der Lizenz anfallen, nach HGB jedoch sofort.

Dieses Thema hatte bereits bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens im Februar eine größere Rolle gespielt. "Die auf den Erwerb der Lizenz und den Aufbau des UMTS-Netzes angefallenen und zukünftig anfallenden Finanzierungskosten sollen periodengerecht dargestellt werden und so zu einem angemessenen Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen der UMTS-Lizenz führen", heißt es in der Mitteilung. Als Aktiengesellschaft, die am Neuen Markt notiert ist, muss die Mobilcom AG ohnehin einen Abschluss nach IAS aufstellen.

Hintergrund für die verschiedenen Bilanzierungen ist die Globalisierung der Kapitalmärkte. Seitdem die Daimler-Aktie an der New Yorker Börse notiert ist, können Konzerne ihre Bilanz nach dem amerikanischen Standard US-GAAP aufstellen und müssen in Deutschland keine HGB-Konzernbilanz mehr vorlegen. Während in den USA US-GAAP der entscheidende Standard ist, verwenden europäische Unternehmen eher IAS. Die Regeln für die Bilanzierung sind nicht gesetzlich festgelegt, sondern werden von Wirtschaftsprüfern, Analysten und Portfolio-Managern entwickelt und von der jeweiligen Börsenaufsicht gebilligt.

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