Wirtschaft : Mobilcom-Chef bestreitet Konflikt mit France Télécom

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Mobilcom-Chef Gerhard Schmid bestreitet, dass es eine schwerwiegende Auseinandersetzung mit France Télécom gibt. "Ich habe keinen Konflikt mit France Télécom", sagte Schmid in Hannover im Vorfeld der Cebit. France Télécom ist mit 28,5 Prozent an dem deutschen Mobilfunkunternehmen beteiligt und damit nach Schmid, der rund 40 Prozent der Anteile hält, zweitgrößter Investor. Es mag "unterschiedliche Meinungen" geben, sagte er, was die Geschwindigkeit des Aufbaus des neuen UMTS-Mobilfunknetzes betreffe. Aber das sei ein normaler Prozess.

Bereits seit einigen Wochen streiten die beiden Unternehmen allerdings öffentlich darüber, wie schnell das neue Mobilfunknetz aufgebaut werden soll. Mobilcom drohte sogar an, die Verträge mit dem französischen Partner zu veröffentlichen, um zu zeigen, welche Investitionen France Télécom beim Abschluss des Vertrags im Jahr 2000 tatsächlich zugesagt habe. Denn, so hieß es Ende Februar 2002, France Télécom habe die Öffentlichkeit "sehr missverständlich in Bezug auf ihre Finanzierungsverpflichtung" informiert. Der hochverschuldete französische Konzern, der noch zu 55,5 Prozent in staatlicher Hand ist, will die Investitionen strecken, während Schmid den Aufbau des Netzes mit hohem Tempo vorantreiben will.

Bereits Ende diesen Jahres werde das UMTS-Netz von Mobilcom in 20 deutschen Städten startbereit sein, sagte Schmid. Andere Unternehmen wie etwa der deutsche Marktführer T-Mobile, sehen den Start erst Mitte 2003. Allerdings, so schränkte Schmid ein, werde UMTS erst starten, wenn die richtigen Endgeräte zur Verfügung stehen. Von den Herstellern habe er aber die Nachricht erhalten, dass bereits im dritten Quartal die ersten UMTS-Geräte am Markt seien.

Ohne France Télécom wird Mobilcom allerdings gar nicht an den Start gehen können, denn ohne den französischen Partner kann Mobilcom die UMTS-Investitionen nicht finanzieren. In einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Monde" hatte France Télécom-Chef Michel Bon seine Beteiligung an dem deutschen Unternehmen zuletzt als ein enttäuschendes Investment bezeichnet. Die Franzosen suchen offenbar nach einem Weg, aus der Beteilugung auszusteigen. So sollen nun Wirtschaftprüfer untersuchen, ob bei den Aktienkäufen von Schmids Ehefrau alles korrekt zugegangen ist. Schmids Ehefrau hält etwa fünf Prozent der Mobilcom-Anteile. In der vergangenen Woche hieß es, dazu solle noch in dieser Woche eine Aufsichtsratssitzung stattfinden. Schmid sagte am Dienstag, er wisse von keinem Termin.

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