Wirtschaft : Mobilcom-Gründer Schmid begrüßt Ermittlungen Staatsanwaltschaft prüft Aktien-Optionsgeschäft

-

Berlin (vis). Der MobilcomGründer Gerhard Schmid begrüßt die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Kiel, die die Behörde gegen ihn und seine Frau eingeleitet hat. Eine Sprecherin Schmids sagte, so könne endlich geklärt werden, dass das umstrittene Geschäft rechtens gewesen sei. Es geht dabei um ein Aktien-Optionsgeschäft zwischen Mobilcom und der Firma Millennium von Schmids Frau Sybille Schmid-Sindram. Die Kieler Staatsanwaltschaft hatte zuvor erklärt, sie sehe einen Anfangsverdacht der Untreue gegen Schmid und Schmid-Sindram.

Die Firma Millennium hatte Anfang 2002 Mobilcom eigene Aktien zur Verfügung gestellt, mit denen besonders tüchtige Verkäufer von Mobilfunkverträgen belohnt werden sollten. Dafür hatte Millennium von Mobilcom, die damals noch von Schmid geführt wurde, mehr als 71 Millionen Euro erhalten. Umstritten ist unter anderem, wie früh und wie umfassend der damalige Finanz- und heutige Vorstandschef Thorsten Grenz über die Transaktion informiert war. Auch dies werde sich bei den Ermittlungen möglicherweise klären, sagte die Schmid-Sprecherin. Der ehemalige Mobilcom-Chef sei sehr sicher, dass er von dem Ermittlungsverfahren nichts zu befürchten habe.

Mobilcom selbst hat nach Aussage eines Sprechers die Ermittlungen nicht in Gang gebracht. Zwar fordert Mobilcom das Geld immer noch von Schmid zurück. In den zwischen France Télécom, Mobilcom und Schmid im November getroffenen Vereinbarungen, hatte sich Mobilcom aber verpflichtet, vor dem 1. Januar 2005 keine Klage wegen der Rückzahlung anzustrengen. Allerdings ist auch vereinbart, dass der Treuhänder, der Schmids Aktien verwaltet, vom 1. April diesen Jahres an alle Mobilcom-Aktien von Millennium verkaufen kann, um die Ansprüche von Mobilcom zu erfüllen.

Unterdessen wehrt sich das Unternehmen auch gegen die Vorwürfe Schmids, im Unternehmen komme die Sanierung nicht voran. „Wir sind mit der Sanierung voll im Plan“, sagte ein Mobilcom-Sprecher. Zudem wies er den Vorwurf zurück, im Unternehmen herrsche Chaos: „Das Chaos verursacht Herr Schmid – und hinterher beschwert er sich dann darüber.“ Schmid hatte Ende Dezember einseitig den Treuhandvertrag gekündigt und will einen neuen Treuhänder für seine Anteile einsetzen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar