Wirtschaft : Mobilcom: Kommentar: Verschnaufpause für das Unternehmen

Corinna Visser

Mobilcom ist gerettet. Vorerst jedenfalls. Das ist die gute Nachricht für die Aktionäre. Wenn jetzt tatsächlich eine Gruppe von Banken - vermutlich vor allem die größten Kreditgeber - Anteile an dem Unterehmen erwerben, wird Mobilcom in den kommenden Monaten wohl nicht das Geld ausgehen. Das stand ja zu befürchten, seit sich Mobilcom mit dem Großaktionär France Télécom über die Finanzierung der UMTS-Investitionen streitet. Die Banken werden Mobilcom nicht in den Konkurs treiben, um die Rückzahlung der eigenen Kredite nicht zu gefährden. Doch wie es bei Mobilcom weiter geht, bleibt weiter ungewiss.

Banken sind Finanzinvestoren. Auch wenn sie künftig die Mehrheit bei Mobilcom haben, die unternehmerische Entscheidungen werden sie wohl France Télécom überlassen. Deren Pläne können den Aktionären aber nur wenig Mut machen. Zwar ist es kein Fehler, wenn die Franzosen nicht weiter ungebremst Milliarden in das unsichere UMTS-Geschäft pumpen wollen. In Zeiten knappen Geldes müssen Geschäftspläne aus besseren Zeiten revidiert werden. Doch Mobilcom hat Verpflichtungen. Bis Ende kommende Jahres muss in Deutschland ein UMTS-Netz stehen, das 25 Prozent der Bevölkerung mit den neuen Multimedia-Mobilfunkdiensten versorgt. Daran kommen auch die Franzosen nicht vorbei, wenn sie die UMTS-Lizenz nicht riskieren wollen. Auch der Wunsch von France Télécom, für Mobilcom einen Partner für das UMTS-Geschäft in Deutschland zu finden, ist erstaunlich. Ein Zusammengehen zweier Lizenznehmer verbieten die Regeln. Es sei denn, einer gibt seine Lizenz zurück - und schreibt 8,5 Milliarden Euro ab.

Auch wenn die akute Finanznot bei Mobilcom erst einmal abgewendet scheint, die Rettung für das Unternehmen ist es noch nicht. Wenn aus dem UMTS-Abenteuer ein Fiasko wird, ist es aus mit Mobilcom.

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