Wirtschaft : Mobilcom schließt Vertrag mit Gasline

HAMBURG (rtr). Die private Telefongesellschaft Mobilcom AG hat mit der Leitungsgesellschaft Gasline AG in Essen einen Vertrag im Wert von 100 Mill. DM über die Nutzung eines Glasfasernetzes geschlossen. Mobilcom teilte am Donnerstag mit, mit Hilfe des 3400 Kilometer langen Leitungsnetzes werde das Unternehmen die eigenen Transportkapazitäten im Sprach- und Datendienst deutlich steigern können und erheblich Kosten einsparen. In der Endausbaustufe werde das Netz wesentlich leistungsfähiger sein als die heute von der Deutschen Telekom angemieteten Leitungen. Da die monatlichen Aufwendungen für das neue Netz deutlich unter den Mietkosten für die Leitungen der Telekom lägen, könnten Sprach- und Datendienste "praktisch zum Nulltarif" wachsen, hieß es in der Mobilcom-Mitteilung weiter. Mobilcom rechne zudem mit spürbaren Kostensenkungen im Bereich der Netzzusammenschaltung (Interconnection). Beziffert wurden die erwarteten Einsparungen allerdings nicht. Dazu sei es noch zu früh, sagte ein Mobilcom-Sprecher auf Anfrage. Das von Gasline zur Verfügung gestellte Netz dürfte von Mobilcom auch für das Telefonieren über das Internet genutzt werden. Darauf deutet hin, daß Mobilcom die Technologie von Cisco einsetzen will.Den Angaben von Mobilcom zufolge handelt es sich um ein bestehendes Glasfasernetz, das nun von der Gasline auf die speziellen Bedürfnisse von Mobilcom umgerüstet wird. Die Gasline-Telekommunikationsnetzgesellschaft deutscher Gasversorgungs-Unternehmen errichtet Lichtwellenleiter-Kabelnetze entlang von Ferngas-leitungstrassen. An dem Unternehmen ist die Ruhrgas mit 25 Prozent beteilt.Mobilcom-Chef Gerhard Schmid hatte schon länger von der Notwendigkeit gesprochen, ein eigenes Leitungsnetz zu unterhalten, um die steigenden Datenmengen transportieren zu können. Ziel seines Unternehmens sei es, mittelfristig in Deutschland über 8000 Kilometer Glasfaserleitungen zu verfügen. Dies entspreche dem Umfang, den das Unternehmen heute von der Deutschen Telekom anmiete. Für den möglichen Neuaufbau eines Netzes hatte Schmid zuletzt Investitionen von 300 bis 500 Mill. DM innerhalb von zwei bis drei Jahren kalkuliert. Mobilcom war Anfang April diesen Jahres mit dem Versuch gescheitert, den Konkurrenten Otelo zu übernehmen, um dessen Telefonnetz nutzen zu können. Stattdessen war Otelo von seinen Besitzern Veba und RWE an den Telefonanbieter Mannesmann Arcor verkauft worden. Seitdem war Mobilcom-Chef Schmid auf der Suche nach einer Alternative.

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