Wirtschaft : Mobilcom überrascht mit Gewinnsprung

HAMBURG .Die Mobilcom AG, Schleswig, beeindruckt ihre Aktionäre mit Umsatz- und Gewinnsprüngen.Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 312 Prozent auf 461,2 Mill.DM.Das Ergebnis vor Steuern legte auf 53,2 (vergleichbare Vorjahreszeit 10,8) Mill.DM zu.Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich auf zwei (0,40) DM, sagte der Vorstandsvorsitzende und Firmengründer Gerhard Schmid am Mittwoch in Hamburg.Für das zweite Halbjahr rechnet Mobilcom mit einem noch "wesentlich stärkeren Ergebnis als im ersten Halbjahr".

Die Mobilcom sieht in allen ihren Firmenbereichen - Mobilfunk, Festnetz und Internet - weitere große Wachstumschancen.Auch die Internationalisierung des Unternehmens über Kooperationen werde geprüft, sagte Schmid.Die Mitarbeiterzahl wurde auf 773 (Ende 1997: 318) Beschäftigte mehr als verdoppelt.Trotz steigender Aktienkurse sei die Mobilcom-Aktie im Neuen Markt unverändert ein "Schnäppchen", sagte Schmid.Der Firmengründer hält 60 Prozent der Anteile.40 Prozent seien im Freiverkehr, davon mehr als die Hälfte in ausländischer Aktionärshand.

Im Mobilfunk sieht Schmid noch riesige Entwicklungsmöglichkeiten.In Deutschland besitzen bisher nur rund zehn Millionen Bürger (12,6 Prozent der Bevölkerung) ein Handy.Damit seien die Deutschen das Schlußlicht im europäischen Vergleich.Marktprognosen rechnen bis zum Jahr 2000 mit mindestens 30 Millionen Mobilfunk-Teilnehmern in Deutschland.Bisher habe die Gruppe fast 690 000 Mobilkunden und sei damit hierzulande der zweitgrößte netzunabhängige Mobilfunk-Anbieter, hieß es.

Der Umsatz- und Gewinnsprung resultierte vor allem aus den großen Erfolgen im Festnetz sowie der Übernahme des Telefonvertriebs Cellway, sagte der Finanzvorstand Carsten Meyer.Im Telefonfestnetz habe Mobilcom in diesem Jahr einen "Blitzstart" aufs Parkett gelegt: Wurden im Januar nur 15 Mill.Gesprächsminuten vermittelt, stieg die Zahl rasant auf 210 Mill.Minuten im Juni, berichtete Schmidt.Bis 1999 sollen die Telefonkapazitäten weiter verdreifacht werden, der Marktanteil zum Jahresende bei zehn Prozent liegen.

Fürs Telefonieren im Internet sieht sich Mobilcom durch die jüngste Übernahme des Krefelder Unternehmens Topnet in einer "erstklassigen Ausgangsposition".Topnet sei derzeit regional aktiv und bediene vor allem Geschäftskunden über Festleitungen.Über Topnet laufe derzeit schon mehr Verkehr als über AOL, so Schmid.

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