Wirtschaft : Mobilcom will Freenet schon 2005

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Berlin Die Verschmelzung des Telekommunikationsunternehmens Mobilcom mit seiner Internet-Tochter Freenet könnte komplizierter werden als erwartet. Es sei aus seiner Sicht „überwiegend wahrscheinlich“, dass die Verschmelzung noch im laufenden Jahr gelingen werde, sagte Mobilcom-Chef Thorsten Grenz am Dienstag. Freenet wehrt sich allerdings gegen die Vorgehensweise, mit der Mobilcom das börsennotierte Unternehmen bewerten will. Freenet-Chef Eckhard Spoerr weist zudem auf unterschiedliche Firmenkulturen hin, deren Verschmelzung Freenets Wachstumskurs behindern könnten. Freenet-Aktien sanken am Dienstag um 0,48 Prozent, der Mobilcom-Kurs verlor 1,35 Prozent.

Mobilcom verspricht sich von einer Reintegration Wettbewerbsvorteile. Das verschmolzene Unternehmen soll neben der Telekom zum „einzigen Vollsortimenter“ auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt aufgebaut werden. Mobilcom hält 50,4 Prozent an Freenet, dem zweitgrößten Internetanbieter hinter T-Online.

Die Anleger schlossen sich am Dienstag aber offenbar der Meinung des Freenet-Vorstands an, der vor einer zu niedrigen Bewertung warnte. Laut Mobilcom soll das Umtauschverhältnis der Aktien von Wirtschaftsprüfern ermittelt werden und in zwei bis drei Monaten vorliegen. Freenet kritisierte diese Herangehensweise. Wenn der Vorstand eine Verschmelzung als vorteilhaft bewerte, wolle man das Umtauschverhältnis selbst durch Wertgutachten von Investmentbanken ermitteln lassen.

Mobilcom-Chef Grenz betonte, dass man bei einer Verschmelzung Verlustvorträge bei Mobilcom in Höhe von 3,2 Milliarden Euro steuerlich nutzen wolle. Für 2005 erwartet Mobilcom eine „leichte“ Ergebnissteigerung gegenüber 2004. Bei stabilen Umsätzen werde das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 167 auf voraussichtlich 185 bis 200 Millionen Euro steigen. Im Mobilfunkbereich erwartet man eine Steigerung des Ebitda von rund 50 Prozent auf 60 Millionen Euro. mot

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