Mobile Radiologiestation : Medneo versorgt die entlegensten Ecken der Welt

Die Berliner Firma Medneo hat eine mobile Radiologiestation entwickelt. Interessenten kommen aus Nigeria, Libyen und dem arabischen Raum.

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Transportabel. Der Clou von „medneo modular“ liegt in der Verbindung größtmöglicher Flexibilität, mit weitgehender Unabhängigkeit und tele-medizinischen Anwendungen.
Transportabel. Der Clou von „medneo modular“ liegt in der Verbindung größtmöglicher Flexibilität, mit weitgehender Unabhängigkeit...Foto: Andreas Klaer

Die Deckenfluter sind schon eingelassen und auch der Empfangstresen aus weißem Furnier steht schon – wenn auch noch mit einer dünnen Staubschicht überzogen. „Das wird alles noch sauber gemacht“, versichert André Glardon. Was das Berliner Unternehmen Medneo hier auf dem Campus des Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikums baut, ist nichts weniger als eine Weltneuheit: Aus 14 alten Schiffscontainern entsteht eine mobile Radiologiestation, die den medizinischen Fortschritt bis in die entlegensten Ecken der Welt bringen könnte. Am heutigen Donnerstag soll „medneo modular“, so der Name der Innovation, offiziell vorgestellt werden.

Anfragen aus dem Ausland

Das Kerngeschäft des Unternehmens ist eigentlich der Aufbau und Betrieb sogenannter bildgebender Diagnostikzentren, also Radiologie-Praxen. Die Idee zur weltweit ersten „modularen radiologischen Komplettlösung“, wie Glardon das Diagnostikzentrum bezeichnet, ist quasi die Antwort auf mehrere Anfragen aus Ländern, in denen die medizinische Versorgung aufgrund der enormen Flächen, der wirtschaftlichen Lage oder der teils dünnen Besiedlung eine Herausforderung ist. „Wir hatten mehrere internationale Delegationen zu Besuch, unter anderem aus Nigeria, Libyen und dem arabischen Raum, die uns gefragt haben, ob wir solche Zentren nicht auch bei ihnen bauen könnten“, erzählt Geschäftsführer Glardon, der Medneo mit zwei weiteren Kollegen aus der Taufe gehoben hat.

Die Stationen sind unabhängig

Der Clou von „medneo modular“ liegt in der Verbindung größtmöglicher Flexibilität, weitgehender Unabhängigkeit und tele-medizinischen Anwendungen. Die Flexibilität der Station wird vor allem durch die alten Schiffscontainer garantiert. Die hat Medneo gebraucht im Hamburger Hafen erworben. Der Vorteil der Schiffscontainer ist, dass sie genormt sind und selbst in vergleichsweise schlecht ausgestatteten Häfen verladen werden können. Für die Unabhängigkeit sorgt dagegen Medneo mit der entsprechenden Ausstattung, der Kunde müsse vor Ort unter anderem nur ein Fundament legen und für einen Wasseranschluss sorgen, sagt der Medneo-Geschäftsführer.

Gedacht ist „medneo modular“ vor allem als Forschungs- und Entwicklungszentrum für das Unternehmen, aber auch als Impulsgeber für weitere Unternehmen der IT- und Gesundheitsbranche, die sich künftig auf dem Bergmann-Campus niederlassen sollen. Das Projekt wird vom Bund, der EU und dem Land Brandenburg gefördert. Vor allem aber ist die neuartige medneo-Station ein Pilot-Projekt zum Vorzeigen. „In rund einer Woche erwarten wir bereits die erste internationale Delegation, die sich die fertige Station vor Ort anschauen will“, sagt der Unternehmenschef.

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