Wirtschaft : Mobile Telefonie: Bis die Ohren glühen

Antennen von Mobilfunktelefonen strahlen hochfrequente Energie ab. Handys im D-Netz haben eine maximale Ausgangsleistung von bis zu zwei Watt, in den E-Netzen liegt die Spitzenleistung bei einem Watt. Die spezifische Absorptionsrate (SAR) gibt die Strahlungsleistung an, die vom Körpergewebe während des Telefonierens mit dem Handy aufgenommen wird. Sie darf zwei Watt pro Kilogramm (W/kg) Körpergewicht nicht überschreiten. Gemessen werden dabei aber nur die thermischen Effekte, die zur Erwärmung des Gewebes führen. Unstrittig ist, dass es bei SAR-Werten oberhalb von zwei W/kg zur Veränderung von Körperzellen bis hin zu ihrer Zerstörung kommen kann. Unterhalb dieser Grenze besteht diese Gefahr jedoch nach allgemeiner Auffassung nicht.

Erst seit dem vergangenen Jahr gibt es ein einheitliches Verfahren zur Messung des SAR-Werts - empfohlen von der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung ICNIRP. Zur Verwirrung der Verbraucher widersprechen sich nun manche SAR-Werte nach der neuen Messnorm, die die Hersteller jetzt angeben, und jene, die bei früheren Tests ermittelt und zum Beispiel bei www.handwerte.de im Internet gesammelt wurden.

Handykritiker bezweifeln auch die Aussagekraft des SAR-Werts. Neben den Wärmeeffekten gebe es auch noch andere - nicht-thermische - Effekte. Die führen sie darauf zurück, dass die heutige Mobilfunktechnik GSM nicht mit gleichförmigen, sondern mit gepulsten Funkwellen arbeitet. Die Handys senden mit einer Pulsfrequenz von 217 Herz. Mittlerweile gibt es tausende Untersuchungen über die Wirkung der Handystrahlung, auch solche mit dem Ergebnis, dass die Strahlung Körperzellen, den Stoffwechsel, die Gehirnfunktionen und die Hormonproduktion beeinflusst und Krebs auslöst. Dabei widersprechen sich jedoch viele Studien oder die Ergebnisse lassen sich nicht reproduzieren. Einen eindeutigen - wissenschaftlich anerkannten - Beweis, dass Handystrahlen krank machen, gibt es jedenfalls nicht. Tsp

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