Wirtschaft : Mobile Telefonie: Die Schnurlosen lieber auf Distanz halten

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Ob die Strahlung von Mobilfunkantennen und Handys Gesundheitsschäden verursacht, wird heftig diskutiert. Was aber ist mit den schnurlosen Telefonen zu Hause? Die Geräte nach dem digitalen DECT-Standart übertragen die Sprache aus dem normalen Telefonnetz per Funk zum Hörer. Die Frequenz des elektromagnetischen Signals beträgt 1,9 Gigaherz. Viele Baubiologen sehen diese Geräte besonders kritisch. Die schnurlosen Telefone senden zwar nur mit einem Bruchteil der Leistung von Mobiltelefonen. Der Höchstwert für die Energieabsorption im Kopf, den die Strahlenschutzkommission empfiehlt (der SAR-Wert von zwei Watt pro Kilogramm Körpergewicht), wird daher weit unterschritten. Dafür senden die Basisstationen die gepulste Strahlung rund um die Uhr durch Haus und Wohnung - und zwar auch dann, wenn der Hörer friedlich in der Ladestation liegt. Die Dauerstrahlung soll unter anderem Kopfschmerzen und Schlafstörungen hervorrufen.

Auch bei den DECT-Telefonen gilt, sie strahlen nicht alle mit gleicher Intensität. Die Unterschiede seien zum Teil sehr deutlich, sagt Ralf Schmidt von der Verbraucher Initiative. Der Umweltexperte kritisiert, dass die Hersteller keine Angaben zur Strahlungsleistung in den Bedienungsanleitungen machen. Bei Siemens heißt es jedoch, dass sich das ändern soll. Bei allen neuen Modellen will der Elektrokonzern diese Werte nun in der Bedienungsanleitung angeben.

Wer auf die Bewegungsfreiheit, die schnurlose Telefone bieten, nicht verzichten, die Strahlenbelastung aber reduzieren will, sollte die Basisstation nicht gerade neben dem Bett und schon gar nicht im Kinderzimmer platzieren. Weil Funkwellen mit wachsendem Abstand rapide schwächer werden, raten Verbraucherschützer eine möglichst große Distanz zu den permanent funkenden Basisstationen einzuhalten.

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