Wirtschaft : Mobile Wegweiser

Zwölf der 15 Testgeräte navigieren mindestens gut, nur eins fällt durch / Bedienungsanleitungt ist verbesserungsfähig

Yasmin El-Sharif

„Auf geht’s!“ ruft ein Mann mit bayerischem Dialekt aus dem kleinen Gerät am Armaturenbrett. Die freundliche Stimme soll Autofahrer ohne Umwege an ihr Ziel führen, denn sie entstammt einem Navigationsgerät. Dass sie das auch tut, zeigt der aktuelle Test der Stiftung Warentest, in dem 15 mobile Navigationsgeräte zwischen 260 und 600 Euro geprüft wurden, darunter zwei Geräte fürs Handy. Das Ergebnis: Zwölf Modelle navigieren sehr gut bis gut, zwei sind befriedigend, nur eins fällt aus der Reihe. Der Yakumo Eazy Go XSC wird immer wieder von Totalausfällen lahmgelegt. Das deutliche Urteil der Tester: Mangelhaft.

Ein großer Vorteil der tragbaren Navigationsgeräte gegenüber fest eingebauten Systemen besteht nicht nur darin, dass sie in mehreren Autos angebracht werden können, sondern auch, dass sie sich von Laien mit ein paar Handgriffen montieren lassen. Das kommt bei den Käufern gut an: Zwei Millionen mobile Navigationsgeräte wurden 2006 verkauft, viermal so viele wie im Jahr zuvor.

Auch die Bedienung der Geräte ist in der Regel recht einfach. Man tippt das Reiseziel über eine virtuelle Tastatur auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm ein und die Route wird berechnet. Nur beim Fujitsu-Siemens zeigt sich beim Tippen der Nachteil des handlichen Jackenformats: Das Display ist so klein, dass man den mitgelieferten Eingabestift braucht.

Die Errechnung der Route geht mal schneller, mal langsamer, doch die Ergebnisse sind mit Ausnahme vom Gerät der Marke Yakumo überzeugend. Prinzipiell problematisch kann es werden, wenn mobile Navigationsgeräte keinen GPS-Satellitenempfang mehr haben, mit dem die Position des Autos bestimmt wird. Das gilt etwa bei Fahrten durch Tunnel. Wenn dort wichtige Abzweigungen sind, ist der Fahrer schon mal allein gelassen. Ein Drittel der getesteten Navigationshilfen ließ den Fahrer im Stich. Die übrigen schafften es aber, auch im Tunnel den Weg zu weisen. In puncto Navigationsanzeige schnitten insbesondere die Systeme von Becker, Medion, Navigon, Navman und Tom Tom gut ab. Kritisch sind die gesprochenen Ansagen. Die sollten klar verständlich sein. Besonders bei kleinen Geräten zeigt der Ton aber meist eine Schwäche.

Bei den mitgelieferten Extras fragen sich die Tester, ob die teils üppige Ausstattung wirklich immer nötig ist. Eine Sache bemängeln die Prüfer besonders: die unbefriedigende Ausstattung der Geräte mit Handbüchern. „Je mehr Funktionen in den Navigationsgeräten untergebracht werden, desto wichtiger wäre eine vernünftige Dokumentation“, schreibt die Stiftung Warentest.

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