Wirtschaft : Mobiler shoppen

Fast fünf Milliarden Dollar will Ebay über Smartphones umsetzen.

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Foto: Kai-Uwe Henrich
Foto: Kai-Uwe Henrich

Berlin - Ebay hat eine wichtige Hürde im Weihnachtsgeschäft genommen: Der vergangene Sonntag sollte der verkaufsstärkste Tag des Jahres für den Internetmarktplatz werden, mit mehr als 2,5 Millionen verkauften Produkten. „Super Sunday war großartig“, sagte Miriam Lahage, Chefin der Modesparte, in einer ersten Einschätzung. Genaue Zahlen lägen aber noch nicht vor. Im Gegensatz dazu hatte der traditionelle Handel von einem schwachen Adventswochenende berichtet.

Miriam Lahage arbeitet seit September 2010 für Ebay von London aus. Sie soll Hersteller und Händler überzeugen, ihre Mode über den Marktplatz zu verkaufen. Vom ursprünglichen Geschäftsmodell, der Auktion, hat sich das Unternehmen weit entfernt. „Mehr als 60 Prozent unserer Produkte sind neu und werden zum Festpreis angeboten“, sagte Lahage im Gespräch mit dem Tagesspiegel. 9,7 Milliarden Dollar setzte Ebay 2010 mit Mode um – bei einem gesamten Handelsvolumen von 61,8 Milliarden Dollar. Deutschland ist nach den USA der zweitwichtigste Markt. Detaillierte Zahlen für Deutschland nennt das Unternehmen nicht.

„48 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland besuchen die Seiten von Ebay“, sagte Lahage. Inzwischen verkaufen mehr als 30 Markenhersteller ihre Bekleidung über den Marktplatz, darunter Apart, Triumph, Görtz und Buffalo. Mit weiteren Interessenten ist sie im Gespräch. „Wir wachsen stärker als der Modemarkt und erwarten eine zweistellige Wachstumsrate.“

Besonders stark wachse der mobile Einkauf: „Die Kunden stehen mit ihrem Smartphone im Geschäft und vergleichen Preise oder kaufen sogar direkt von dort ein“, berichtete Lahage. „In Großbritannien werden bereits mehr als zehn Prozent der Artikel bei Ebay über mobile Anwendungen gekauft.“ 2010 habe der Umsatz über mobile Geräte bei zwei Milliarden Dollar gelegen, sagte sie. „Für 2011 haben wir mit vier Milliarden Dollar gerechnet, es werden aber wohl fast fünf Milliarden sein.“ Wachstumspotenzial sieht die Managerin auch im Geschäft, das über soziale Netzwerke wie Facebook generiert wird. „Global werden bereits 27 Prozent der Einkäufe durch soziale Netzwerke beeinflusst.“ Corinna Visser

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