Mobiles Internet : Telekom bringt Firefox-Smartphone raus

Die Telekom hat ihr erstes Smartphone mit dem Betriebssystem Firefox OS vorgestellt. In Deutschland soll es im Herbst rauskommen.

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Ein ZTE-Smartphone
Auf dem ZTE Open kann man Firefox schon nutzen.Foto: dpa

Das Internet ist eine Welt der vielen Alternativen – meist sind sie nur einen Klick entfernt. Wer allerdings mobil in diese Welt eintauchen will, hat keine große Auswahl. Google und Apple dominieren mit ihren Betriebssystemen Android beziehungsweise iOS den Markt, Microsoft und am Rande noch Blackberry und Nokia sind die wenigen Alternativen. Jetzt kommt eine weitere hinzu: Firefox OS. Die Deutsche Telekom stellte am Donnerstag ihr erstes Smartphone mit dem Betriebssystem vor, das Alcatel One Touch Fire. Es wird zunächst in Polen verkauft, soll aber im Herbst auch in Deutschland, Ungarn und Griechenland in die Läden kommen. Die neuen mobilen Geräte mit Firefox OS sollen vor allem ein erschwingliches Angebot für Kunden sein, die sich bisher kein teures Smartphone leisten konnten. Sie sind aber auch eine Alternative für jene Kunden, die sich nicht an Anbieter wie Google oder Apple binden wollen.

Das Betriebssystem Firefox OS ist eine offene Plattform, die auf Initiative der nicht profit-orientierten Mozilla Stiftung entwickelt wird, die auch für den Internetbrowser Firefox bekannt ist. Jeder kann mitentwickeln, da die Software quelloffen ist. Unterstützt werden nur Anwendungen, die in den bekannten Web-Sprachen, allen voran HTML 5, geschrieben werden. Einige Anwendungen – wie zum Beispiel Telefonieren, SMS und Adressbuch – sind vorinstalliert. Außerdem wurde ein eigener Marktplatz und ein Bezahlmechanismus für Apps geschaffen. Apps können über die integrierte App-Suche direkt genutzt oder wie Webseiten über den Firefox-Browser geöffnet werden.

Die Idee hinter einem offenen Betriebssystem ist, dass Millionen Entwickler weltweit neue Anwendungen für die Plattform entwickeln. Allerdings macht dies für Entwickler nur Sinn, wenn sie über die Plattform auch ein ausreichend großes Publikum erreichen. Für Nutzer wiederum wird die Plattform nur attraktiv, wenn viele verschiedene Anwendungen angeboten werden. Für ein schnelles Anwachsen des Angebots auf der Plattform spricht jedoch, dass die Entwicklung für Firefox OS mit deutlich weniger Aufwand und geringeren Kosten verbunden ist, als für die anderen gängigen mobilen Betriebssysteme.

In Polen bietet die Telekom das Alcatel One Touch Fire im Paket mit einem Tarif ab einem Zloty (0,23 Euro) an. „Damit wird das mobile Internet für jedermann Realität“, sagte Telekom-Manager Christian Stangier. „Mit diesem Angebot schaffen wir es, dass sich alle Kunden ein Smartphone leisten können.“ In Deutschland wird die Telekom-Tochter Congstar das Gerät vertreiben.

Seit dem Start des Projekts 2011 beteiligt sich die Telekom an der Entwicklung des neuen Firefox OS Betriebssystems. Auch Telefónica in Spanien hat bereits ein erstes Smartphone angekündigt. Die Telekom steuert auch Bausteine für das System bei, etwa im Bereich der Sicherheit und liefert zudem die technischen Anforderungen aus Netzbetreibersicht. Sie koordiniert auch die Zusammenarbeit mit den Mobiltelefon-Herstellern, mit Qualcomm als Chiphersteller für mobile Kommunikation sowie mit den internationalen und lokalen Anbietern von Webanwendungen. Ziel der Partnerschaft ist es, mehr Wettbewerb im Markt zu schaffen, denn auch die Telekom will sich unabhängiger von den großen Playern wie Google und Apple machen.


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