Mobilfunk : Die Suche nach dem Super-Handy

Der Kampf um die Vorherrschaft zwischen Google und Yahoo weitet sich damit zunehmend auch auf das mobile Internet aus. Nokia rüstet neue Mobiltelefone mit Google aus, T-Mobile erhofft sich von Yahoo neue Impulse.

Handys
Welcher Browser darf's sein? Der Krieg der Suchmaschinen dehnt sich auf Mobiltelefone aus. -Foto: ddp

Helsinki/Barcelona - Handyhersteller Nokia will neue Mobiltelefone mit der größten Internetsuchmaschine Google ausrüsten. Bei T-Mobile kommt dagegen Google-Konkurrent Yahoo zum Zug, wie die Unternehmen auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona und in Helsinki mitteilten. Der Kampf um die Vorherrschaft zwischen Google und Yahoo weitet sich damit zunehmend auch auf das mobile Internet aus.

Die Branche ist auf der Suche nach dem Super-Handy. Um dem iPhone Paroli zu bieten, überbieten sich die Hersteller mit der Vorstellung von Handys, die noch mehr Dienste und Anwendungen beherrschen sollen als die ohnehin schon sehr komplexen Mobiltelefone. Die neuesten Trends und Geschäftsmodelle sind derzeit auf der weltgrößten Branchenmesse in Barcelona zu besichtigen.

Der Weltmarktführer Nokia will seinen Service bald in 40 Sprachen und in mehr als hundert Ländern anbieten, wie der Konzern erklärte. Zunächst werde dieser aber nur in besonders hochwertigen und damit teuren Geräten in ausgesuchten Ländern zur Verfügung stehen. Mit der Integration von Google setzt der finnische Hersteller seine erklärte Strategie fort, seine Handys multifunktionaler zu machen.

Nokia hatte zudem angekündigt, ein eigenes Portal aufzubauen und dort Musik, Spiele sowie Navigation und andere Datendienste anzubieten. Mit dem US-Anbieter Facebook werde auch über eine Zusammenarbeit beim Networking über Handy verhandelt. Sony-Ericsson hatte bereits am Wochenende ebenfalls eine komplett neue Produktreihe („XPeria“) vorgestellt, die unter anderem mit großen berührungssensitiven Bildschirmen und einem GPS-Empfänger ausgestattet sein soll.

Unterdessen baut auch Mobilfunkbetreiber T-Mobile seine Angebote zur mobilen Internetnutzung aus. Ein europaweiter Datentarif soll die aktuelle Verwirrung bei zum Teil drastischen Roaming-Kosten für das Surfen im Ausland stoppen.

Die EU-Kommission hatte den Mobilfunkanbietern am Montag eine Frist bis zum 1. Juli gesetzt, um ihre Preise für Textmitteilungen und Internetnutzung im Ausland zu senken. Andernfalls werde sie eine Regulierung einsetzen, hatte die Kommission erklärt. Die Spannweite der Auslandspreise liegt derzeit nach EU-Daten zwischen 0,25 Euro und sieben Euro für ein Megabyte.

Google-Konkurrent Yahoo soll T-Mobile die Technologie für eine komfortable Internetsuche auf dem Handy liefern. Bis Ende des Jahres sollen vier etablierte Internet-Messaging-Dienste auf T-Mobile-Handys verfügbar sein. In der ersten Jahreshälfte wird dann das Apple-Handy iPhone auch in Österreich eingeführt und im dritten Quartal sollen erste Geräte mit dem von Google iniziierten Betriebssystem Android erhältlich sein, wie T-Mobile-Chef Hamid Akhavan in Barcelona ankündigte. dpa/Tsp

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