Wirtschaft : Mobilfunk: Handys sollen deutlich teurer werden

Stark verbilligte Mobiltelefone soll es schon bald nicht mehr geben. Die vier großen Telefonnetzbetreiber D1, D2, E-Plus und Viag Interkom sowie Dienstleister wie zum Beispiel MobilCom oder Hutchinson wollen künftig die Herstellerpreise verlangen. "Wir müssen dringend runter von den Handy-Subventionen. Es wird Zeit, dass die Nutzer höhere Gerätepreise akzeptieren", sagte Kai-Uwe Ricke, Vorstandsvorsitzender der Telekom-Tochter T- Mobile International der "Bild am Sonntag". Besonders betroffen sind so genannte Prepaid-Angebote (Handy mit Guthabenkarte). "Standardgeräte, die es bisher für 99 Mark gab, werden künftig 300 bis 400 Mark kosten", sagte Viag Interkom-Sprecher Michael Rebstock der Zeitung. "Die Preiserhöhung kommt schon kurz nach Ostern", wissen Branchenkenner wie Daniel Wild vom Münchner Handy-Händler Get Mobile. Das Verschenken der Geräte hat die Telefonfirmen allein im Jahr 2000 mehr als fünf Milliarden Mark gekostet - in der Hoffnung, dass die Kunden fleißig telefonieren.

Doch viele der Handys, die einen Warenwert von je 400 bis 1000 Mark haben, sind selten in Betrieb, machen kaum Umsatz. Künftig wollen die Telefongesellschaften nur noch Kunden bevorzugen, die viel Geld bringen. Deshalb fällt auch ein weiterer Bonus weg: Bisher konnte jeder Vertragskunde nach 24 Monaten (Ende der Laufzeit) mit einem neuen Handy, kostenlos oder zum Niedrigpreis rechnen, wenn er dem Unternehmen zwei weitere Jahre Treue versprach. Wer kein Gerät brauchte, bekam nicht selten mehrere hundert Mark Gesprächsguthaben geschenkt. Das wird es bald nur noch für Vieltelefonierer geben.

"Wir werden Angebote für Wenigtelefonierer so ausgestalten, dass sie sich für uns besser rechnen", sagte T-Mobile-Vorstand Ricke. Offenbar betrifft das nicht nur die Gerätepreise, sondern auch die Gesprächsgebühren. "Wir haben nichts zu verschenken. Wer nur selten telefoniert, wird in Zukunft mehr bezahlen. Kunden mit hohem Umsatz wollen wir aber entgegenkommen", sagte MobilCom-Sprecher Matthias Quaritsch.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben