Wirtschaft : Mobilfunk: T-Mobil verdoppelt Kundenzahl und startet neuen Datendienst

T-Mobil hat im Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Marktführer D2 Vodafone aufgeholt. Die Mobilfunkgesellschaft der Deutschen Telekom hat im vergangenen Geschäftsjahr die Zahl ihrer T-D1 Kunden mehr als verdoppeln können. Zum 31. Dezember 2000 telefonierten 19,14 Millionen Kunden im Netz vom T-D1, fast 10,1 Millionen oder 111 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (9,07 Millionen). Der deutsche Gesamtmarkt wuchs nach Angaben von T-Mobil im gleichen Zeitraum um 104 Prozent von 23,5 auf 48 Millionen Teilnehmer. Bei D2 telefonierten Ende 2000 19,2 Millionen Kunden. "Damit sind wir einmal mehr schneller als der Markt gewachsen und haben den Abstand auf Vodafone D2 auf ein Minimum reduziert", sagte der Vorsitzende der T-Mobil Gechäftsführung, René Obermann. Der Marktanteil von T-D1 liegt damit weiterhin bei knapp 40 Prozent.

Auch Umsatz der T-Mobil und das Ergebnis haben sich laut Obermann besonders in der zweiten Jahreshälfte positiv entwickelt. "Gerade auf der Ertragsseite haben wir im dritten und vierten Quartal erfreuliche Verbesserungen realisiert." Nähere Zahlen sollen in der kommenden Woche zusammen mit den vorläufigen Zahlen des Telekom-Konzerns veröffentlicht werden.

Nach dem Rekordjahr 2000 rechnet Obermann für 2001 mit einem deutlichen Abflachen der Wachstumskurve. So sollen in diesem Jahr zum Bestand von 48 Millionen noch einmal zwölf Millionen neue Handybesitzer hinzukommen und die Rate der Marktdurchdringung auf 70 Prozent ansteigen. T-Mobil rechnet mit vier bis fünf Millionen Neukunden. Dabei sollen die Kosten für die Gewinnung neuer Kunden sinken. Im Jahr 2000 haben diese Aufwendungen die Erträge von T-Mobil belastet. "Das Ergebnis dieses Unternehmens müssen wir mittel- und langfristig steigern", sagte Obermann.

Einen Boom verzeichnete die mobile Datenkommunikation. Im Jahr 2000 wurden mehr als 5,5 Milliarden Kurznachrichten (SMS) via T-D1 transportiert. Zum 1. Februar - knapp ein halbes Jahr später als angekündigt - führt T-Mobil den schnellen mobilen Datentransfer auf der Basis der GPRS-Technik an. Zu diesem Zeitpunkt werde T-Mobil als erster Mobilfunkbetreiber bundesweit GPRS anbieten, sagte Obermann. Allerdings sind die zur Verfügung stehenden Endgeräte zu Beginn noch knapp und die Übertragungsgeschwindigkeit mit 20 Kilobit pro Sekunde niedrig. So soll es zum Startschuss zunächst nur 20 000 GPRS-fähige Handys geben. Die neue Technik gilt als Vorläufer von UMTS, das in rund zwei Jahren eingeführt werden soll. Mit GPRS verbunden will T-Mobil neue Dienste anbieten, darunter einen ein virtuelles Haustier, eine "Art Tamagotchi für das Handy". Die Kunden sollen die Wahl haben zwischen mehreren "Hunderassen", die sie hegen und pflegen könnten, kündigte Obermann an.

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