Mobilfunk : Telefonate in Fremdnetze werden billiger

Die Mobilfunkunternehmen müssen die Gebühren für die Weiterleitung von Telefonaten aus anderen Netzen senken. Zunächst befristet auf ein Jahr müssen die Gebühren um 16 Prozent gesenkt werden.

Hamburg - Damit folgen sie einer Vorgabe der Bundesnetzagentur, die eine solche Senkung der so genannten Terminierungsentgelte verordnet hatte. Demnach dürfen T-Mobile und Vodafone nur noch 8,78 Cent pro Minute für die Durchleitung aus anderen Netzen berechnen, die beiden kleineren Anbieter E-Plus und O2 jeweils noch 9,94 Cent. Das entspricht einer Senkung der Durchleitungskosten um rund 16 Prozent. Die neuen Gebühren gelten zunächst für ein Jahr.

Verbraucherschützer haben die Netzbetreiber wiederholt aufgefordert, die niedrigeren Preise so rasch wie möglich an die Kunden weiter zu geben. Inwieweit diese tatsächlich profitieren werden, ist noch nicht klar. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass Anrufe aus dem Festnetz zu Handy-Anschlüssen sowie zwischen Handys unterschiedlicher Netze langfristig günstiger werden. "Wir schätzen, dass sich was tun wird", sagte Bettina Seute vom Telekommunikationsmagazin teltarif.de. Die Frage sei wann. "Dass sich sofort immense Preissenkungen ergeben, glauben wir eher nicht."

Ein Sprecher von T-Mobile sagte mit Blick auf die geringeren Terminierungsentgelte, es werde geprüft, ob dies Einfluss auf die zukünftige Preisgestaltung habe. Bereits jetzt seien die Tarife so niedrig wie nie. Auch Vodafone teilte mit, die Gespräche in andere Mobilfunknetze seien bereits mit den neuen Tarifen Mitte Oktober deutlich günstiger geworden, teils sogar um die Hälfte gesunken. E-Plus stellte mittelfristig sinkende Endpreise für Verbraucher in Aussicht. Bei zukünftigen Tarifanpassungen und -initiativen werde man die geringeren Entgelte zum Vorteil der Kunden berücksichtigen. (tso/AFP)

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