Wirtschaft : Mobilfunkanbieter legen billigste Roaming-Preise offen

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Brüssel - Die europäischen Mobilfunkanbieter beugen sich dem Druck aus Brüssel und legen die günstigsten Preise für Auslandstelefonate offen. Seit Montag können sich Handybesitzer im Internet einen Überblick über so genannte Roaming-Gebühren in den EU-Staaten verschaffen. Auf einer Webseite der GSM Association, die 700 europäische Mobilfunkanbieter vereint, können Verbraucher je nach Anbieter im Heimatland die für sie billigsten Angebote im Ferienland abrufen. Allerdings werden nur Angaben zu Anrufen ins Festnetz zu Spitzenzeiten gemacht. Wer mehr wissen will, wird auf die Internetseite des heimischen Anbieters verwiesen.

Am Mittwoch will EU-Kommisarin Viviane Reding Pläne für eine Verordnung vorstellen, mit der die Roaming-Gebühren bei der Handy-Nutzung im Ausland deutlich eingeschränkt werden sollen. Allerdings zeichnet sich ab, dass sie ihre Pläne deutlich abspecken muss. Mehrere EU-Kommissare haben Widerstand gegen den in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Entwurf einer entsprechenden EU-Verordnung angemeldet. Reding wollte ursprünglich Zwangstarife für die Vermittlung von Gesprächen ausländischer Mobilfunkanbieter durchsetzen. Sowohl für Großkunden als auch für Endkunden sollten strikte Preisobergrenzen gelten. So sollte das Auslandsroaming generell nicht mehr als 50 Cent pro Minute kosten. Derzeit werden dafür bis zu zwei Euro fällig.

Aus Kommissionskreisen verlautete nun, die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin wolle auf die Regulierung des Roamingmarktes für Endkunden zunächst verzichten. Darauf hatten vor allem der deutsche Industriekommissar Günter Verheugen und der britische Handelskommissar Peter Mandelson gepocht. Redings Sprecher Martin Selmayr wollte die Details der kommissionsinternen Verhandlungen nicht kommentieren. AFP/sce/HB

Die Roaming-Tarife im Internet:

www.roaming.gsmeurope.org

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