Wirtschaft : Mobilfunkbranche: Interesse an französischen UMTS-Lizenzen sinkt - Ein weiterer Bieter springt ab

Die Vergabe der vier UMTS-Mobilfunklizenzen in Frankreich steht offenbar unter keinen günstigen Vorzeichen. Das Konsortium ST3G des französischen Mischkonzerns Suez und der spanischen Telefónica teilte am Mittwoch in Paris mit, es werde auf ein Gebot verzichten. Der von der Regierung festgesetzte Preis von 32,5 Milliarden Franc (rund 9,75 Milliarden Mark) pro Lizenz entspreche nicht der Marktsituation. Damit blieben zunächst nur noch drei Bieter für die vier Lizenzen in Frankreich. Allerdings traten nach der ST3G-Entscheidung auch noch Zweifel an der Bewerbung von Bouygues Telecom auf. Dennoch erklärte das Pariser Finanzministerium, es sehe keinen Anlass, das Vergabe-Verfahren zu ändern. In Frankreich wird die UMTS-Lizenzen nicht versteigert, sondern nach einem zentralen Bewerbungsverfahren auf Pachtbasis für 15 Jahre zugeteilt. Mobilfunkanbieter können sich in Frankreich bis zum 31. Januar bewerben; im Juni will die zuständige Regulierungsbehörde dann ihre Entscheidung bekannt geben.

Das Konsortium verwies zur Begründung auf die Warnungen der Banken vor den finanziellen Risiken auf dem Mobilfunkmarkt. Bouygues Telecom teilte wenig später mit, der Aufsichtsrat werde erst einen Tag vor Ablauf der Frist über eine Bewerbung beschließen. Als sichere Bieter gelten nun nur noch der Ex-Monopolist France Télécom und der private Mobilnetzbetreiber SFR (Vivendi, Vodafone und British Telecom). Die Deutsche Telekom hatte sich bereits im vergangenen Sommer zurückgezogen.

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