Mobilfunkmarkt : Drillisch hält sich Komplettübernahme von Freenet offen

Der Mobilfunkanbieter Drillisch hält sich entgegen eines Medienberichts eine Übernahme seines Wettbewerbers Freenet weiter offen. Angeblich sollten nur noch einzelne Geschäftsfelder übernommen werden, berichtete ein Blatt.

Freenet
Übernimmt Drillisch Freenet komplett? -Foto: ddp

FrankfurtDrillisch-Vorstandschef Paschalis Choulidis sagte, das Unternehmen stehe weiterhin zu seiner Ankündigung von Mitte September. Damals hatte Drillisch mitgeteilt, man erwäge zusammen mit United Internet über eine neu gegründete Holding die Übernahme von Freenet. Die "Financial Times Deutschland" berichtete, eine Komplettübernahme sei vom Tisch, da das Geld der beiden Konsorten nach Angaben aus Finanzkreisen nicht ausreiche.

Drillisch und United Internet (1&1, GMX, WEB.DE) kontrollieren über die gemeinsame Tochter MSP bereits knapp 29 Prozent der Freenet AG, die sich selbst zum Verkauf gestellt hat. Während United Internet an dem DSL-Geschäft von Freenet interessiert ist, schielt Drillisch auf das Handy-Geschäft der im TecDax notierten Gesellschaft.

Zum Stand der Gespräche machte Choulidis keine Angaben. Die Arbeiten liefen weiter, sagte er. Drillisch und United Internet stünden wie auch einige andere mit Freenet in Kontakt. Interesse an einem Kauf der Büdelsdorfer Gesellschaft haben nach früheren Angaben aus Kreisen auch die spanische Telefonica sowie Finanzinvestoren angemeldet.

FTD: keine Komplettübernahme

Statt einer Komplettübernahme suchen laut "FTD" Drillisch und United Internet nun einen Weg, einzelne Geschäftsfelder von Freenet zu erwerben. Ein Plan sehe vor, dass Freenet das Mobilfunkgeschäft ausgliedere und dieses an Drillisch verkaufe, während United Internet im zweiten Schritt das verbleibende DSL-Geschäft von Freenet übernehme. Die beiden Unternehmen agieren nach FTD-Informationen zwar noch abgestimmt, nun aber wieder unter eigenem Namen. "Ein Gebot von MSP für die gesamte Freenet wird es nicht mehr geben", zitiert die Zeitung einen Firmeninsider. Das Joint Venture MSP mit seiner Sperrminorität diene nur noch dazu, Einfluss auf den Freenet-Verkauf zu nehmen und unliebsame Wettbewerber abzuschrecken.

Ende Juni hatte Freenet 1,22 Millionen DSL- und 5,24 Millionen Mobilfunk-Kunden unter Vertrag. Die Freenet-Aktie fiel um 7,8 Prozent, nachdem sie in den vergangenen Wochen getrieben von den Übernahmespekulationen auf den höchsten Stand seit Juli gestiegen war. (mit dpa)

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