Mode : Tchibo-Eigner Herz steigt bei Escada ein

Dem finanziell ins Schlingern geratenen Mode-Konzern Escada stehen offenbar größere Umstrukturierungen ins Haus. Die treibenden Kräfte dahinter: Der russische Großaktionär Aksenenko und Tchibo-Eigner Herz, der bereits zwölf Prozent der Escada-Anteile halten soll.

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Großaktionär Rustam Aksenenko. -Foto: dpa

DüsseldorfTchibo-Eigner Michael Herz will einem Zeitungsbericht zufolge für einen Neustart beim angeschlagenen Luxus-Modekonzern Escada sorgen. Herz sei bei dem Nobel-Label für Damenmode eingestiegen, berichtete das "Handelsblatt". Über mehrere Gesellschaften habe er sich Escada-Anteile von zwölf Prozent gesichert. Mit Großaktionär Rustam Aksenenko habe Herz zudem eine Kapitalerhöhung vereinbart - mit dem Erlös in Millionenhöhe solle Escada umstrukturiert werden. Für frischen Wind soll demnach auch ein neuer Chef sorgen: der Ex-Chef von Hugo Boss, Bruno Sälzer.

Herz und Aksenenko seien übereingekommen, auf der Aufsichtsratssitzung am Dienstag eine Kapitalerhöhung in Höhe von zehn Prozent des Grundkapitals zu beschließen, berichtete das "Handelsblatt" aus dem Umfeld von Herz. Die damit erzielten rund 30 Millionen Euro sollten für die Umstrukturierung des Modeunternehmens verwendet werden. Escada wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern.

Aktie verlor drei Viertel an Wert

Der 1976 gegründete und einst größte deutsche börsennotierte Damenmodenkonzern Escada steckt seit Jahren in der Krise. Unter anderem hatten die Absatznöte der Luxusindustrie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 dem Unternehmen schwer zu schaffen gemacht. Seit dem vergangenen Sommer verlor die Escada-Aktie rund drei Viertel an Wert. Das Geschäftsjahr 2006/07 schloss Escada mit Millionenverlusten ab, und auch für das laufende Jahr wurde eine Gewinnwarnung ausgegeben.

Ex-Hugo-Boss-Chef Sälzer werde seinen Posten als Vorstandschef bereits am 1. Juli antreten, berichtete das Blatt weiter. Von Hugo Boss soll auch Werner Lackas in den Escada-Vorstand wechseln, wo er für Produktion und Logistik zuständig wäre. Lackas war wie Sälzer nach Unstimmigkeiten mit dem Mehrheitseigner Permira bei Boss ausgeschieden.

Chef
Loubier muss nach nur einem Jahr gehen

Dem "Handelsblatt" zufolge wird noch ein weiterer Herz-Vertrauter zu Escada kommen: Unternehmensberater Reinhard Pöllath soll künftig im Aufsichtsrat sitzen. Mit Sälzer und Pöllath arbeitet Herz bereits seit Jahren im Aufsichtsrat der Tchibo-Holding Maxingvest zusammen. Escadas amtierender Chef Jean-Marc Loubier dagegen muss seinen Chefsessel räumen. Der Franzose war erst im vergangenen Jahr von Aksenenko zu Escada geholt worden. (jvo/AFP)

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