Wirtschaft : Modegruppe Escada hält an Gewinnzielen fest Ertrag soll um 30 Millionen steigen

Rote Zahlen im ersten Quartal

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München (nad). Ungeachtet des verschlechterten Marktumfeldes und der verhaltenen Entwicklung im ersten Quartal rechnet die Modegruppe Escada in diesem Jahr mit einer Steigerung des Gewinns vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 30 Millionen Euro. Dies bekräftigte der Vorstand des Unternehmens am Montag bei Bekanntgabe der Bilanzzahlen für das Geschäftsjahr 2001/2002. Ein gutes Zeichen sei die positive Orderentwicklung für die Herbst und Winterkollektion 2003, hieß es bei Escada. Einen Aufschwung erwartet Escada aber erst wieder für das kommende Geschäftsjahr. Bis dahin will sich der Konzern von den Marken Primera, Laurel und Feraud trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Derzeit bekommt Escada allerdings die schwache konjunkturelle Lage zu spüren. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres verzeichnete der Konzern deutliche Umsatz- und Gewinneinbußen. Im ersten Quartal des seit November laufenden Geschäftsjahres 2002/03 sei das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 11,9 auf 0,5 Millionen Euro gesunken, teilte Escada am Montag in Aschheim bei München mit. Die Erlöse des Luxusmode-Herstellers schrumpften von 211 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres auf 155 Millionen Euro. Darin seien auch Beteiligungsverkäufe enthalten, hieß es.

Escada hatte bereits angedeutet, dass das Quartalsergebnis unter dem des Vorjahresquartals liegen werde. Unternehmenschef Wolfgang Ley begründete den Rückgang mit einer veränderten Geschäftspolitik nach den Terroranschlägen in den USA. „Wir haben bewusst weniger Ware in eigene Shops und Franchise-Filialen disponiert, um das Risiko für den Konzern zu minimieren und den Rohertrag zu sichern“, sagte Ley. Diese Politik wirke sich dämpfend auf die Umsätze aus.

Im Geschäftsjahr 2001/02 schaffte der im M-Dax gelistete Konzern mit Hilfe eines rigorosen Sparkurses wieder den Sprung in die schwarzen Zahlen. Der Konzerngewinn nach Steuern betrug 4,4 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Escada noch einen Verlust von 24,2 Millionen Euro eingefahren. Wegen der Konzentration auf das Kerngeschäft sank der Umsatz um knapp neun Prozent auf 772,9 Millionen Euro. Ley kündigte an, die Dividende je Stammaktie von 0,31 auf 0,41 Euro erhöhen zu wollen. Im Herbst hatte das Unternehmen seine stimmrechtslosen Vorzugsaktien in Stammaktien umgewandelt, um mehr institutionelle Anleger zu gewinnen. Im Zuge der Neuordnung der Börsen wird Escada in Kürze in den S-Dax absteigen.

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