Wirtschaft : Modellprojekt aus NRW

Rund 10 000 zusätzliche Lehrstellen sollen in diesem Jahr geschaffen werden. Das sagten die Arbeitgeber im Rahmen der Gespräche zum Bündnis für Arbeit zu. In den kommenden Jahren soll diese Zahl durch den vereinbarten "Ausbildungskonsens" sogar noch gesteigert werden. Diese Initiative orientiert sich an einem Modellprojekt aus Nordrhein-Westfalen.

Der dortige Ausbildungskonsens wurde im September 1996 vom damaligen Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) ins Leben gerufen. Seitdem bemühen sich Landesregierung, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften gemeinsam um eine optimale Lehrstellenvermittlung. Ziel ist eine frühzeitige Abstimmung von Ausbildungsnachfrage und -angebot. Dazu werden regionale Ausbildungskonferenzen einberufen, auf denen die Partner über geeignete Maßnahmen zur Bedarfsdeckung beraten. So entstanden beispielsweise Aktionsprogramme zur Handwerkerausbildung oder zur Eingliederung schwer vermittelbarer Jugendlicher.

Darüber hinaus benennen die Arbeitsämter im Oktober jedes Jahres die Schulabgänger, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden habe. Sie werden zu einem Beratunggespräch geladen. Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern werden dann noch freie Ausbildungskapazitäten ermittelt. Außerdem werden jedem unvermittelten Jugendlichen Angebote für eine außerbetriebliche Ausbildung gemacht. Noch nicht ausbildungsfähige Jugendliche werden in Vorbereitungsmaßnahmen vermittelt. Wer allerdings zu den Beratungsgesprächen nicht erscheint, wird vom Vermittlungsangebot ausgeschlossen.

Die Erfolge des Ausbildungskonsenses: Zum Jahresende 1998 waren in Nordrhein-Westfalen 2133 Jugendliche unvermittelt. Diesen standen landesweit 1727 sofort zu besetzende Ausbildungsstellen gegenüber - die niedrigsten Zahlen seit Jahren. Die Bezirke melden bei den Nicht-Vermittelten "abschmelzende Zahlen": Deren Zahl sank beispielsweise beim Arbeitsamt Köln "gen Null", so die dortige Berufsberatung.

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