Wirtschaft : Monatelanger Poker

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Im April 2005 kamen erste Spekulationen über eine Übernahme von Pro Sieben Sat 1 durch Springer auf.

5. August 2005: Mathias Döpfner und Haim Saban kündigen in München an: „Axel Springer übernimmt Mehrheit an Pro Sieben Sat 1“.

16. September 2005: Öffentliches Übernahmeangebot der Axel Springer AG an die Pro Sieben Sat 1-Aktionäre.

21. November 2005: Kartellamtspräsident Ulf Böge erklärt, die geplante Fusion würde zu einer „nicht genehmigungsfähigen Marktmacht führen“.

29. November 2005: Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) meldet Bedenken wegen vorherrschender Meinungsmacht an.

13. Dezember 2005: Springer vereinbart mit der KEK die Einrichtung eines Beirats für die Sender Pro 7 oder Sat 1.

23. Dezember 2005: Die KEK fordert einen 30-köpfigen Fernsehrat, der die Kontrolle über das Programm, das Budget und das Personal bekommt.

5. Januar 2006: Springer lehnt einen derart mächtigen Beirat aus aktienrechtlichen Gründen ab.

10. Januar 2006: Die KEK untersagt die Übernahme.

11. Januar 2006: Springer bietet dem Kartellamt den Verkauf des Senders Pro 7 an.

16. Januar 2006: Springer zieht das Angebot zurück, Pro 7 zu verkaufen, da das Kartellamt fordert, der Sender müsse vor Vollzug der Fusion verkauft sein.

23. Januar 2006: Das Bundeskartellamt untersagt die Übernahme.

31. Januar 2006: Die Konferenz der Direktoren der Landesmedienanstalten beschließt, Auflagen für Springer zu prüfen, um die Übernahme doch zu genehmigen und das KEK-Veto zu kippen.

1. Februar 2006: Springer zieht sein Übernahmeangebot zurück. usi

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