Wirtschaft : Monsanto gibt Europa auf

Düsseldorf/Berlin - Der weltgrößte Saatguthersteller Monsanto gibt den Kampf für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa auf. „Wir machen keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa“, sagte der Sprecher von Monsanto Europa, Brandon Mitchener, der „Taz“. Derzeit plane Monsanto auch nicht, die Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen zu beantragen. Grund sei unter anderem die geringe Nachfrage der Bauern.

„Wir haben verstanden, dass das im Moment nicht die breite Akzeptanz hat“, ergänzte die Sprecherin von Monsanto Deutschland, Ursula Lüttmer-Ouazane. Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums nannte den Entschluss „eine unternehmerische Entscheidung, die wir nicht zu kommentieren haben“. Es sei bekannt, dass das Ministerium der Gentechnik kritisch gegenüber stehe. „Für die Landwirtschaft in Europa haben sich die Heilsversprechen der Gentechnik-Industrie bisher nicht erfüllt – auch nicht für die Landwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern.“

Gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen gibt es in Deutschland seit Jahren eine breite Protestbewegung. Sie hatte unter anderem dazu beigetragen, dass die Bundesregierung 2009 den Anbau von Monsantos gentechnisch verändertem Mais MON810 untersagte. Das US-Unternehmen verspricht Milliardenvorteile durch Ertragssteigerungen und deutlich weniger Aufwand für Pflanzenschutz durch die Gentechnik. Umweltschützer befürchten unkalkulierbare Risiken für die Umwelt.

Ebenfalls am Freitag wurde bekannt, dass nach dem Fund von genmanipuliertem Weizen im US-Bundesstaat Oregon neben Japan nun auch Südkorea den Import von US-Weizen aus Angst vor Verunreinigungen gestoppt hat. Im April wurde in Oregon nicht genehmigter, gentechnisch veränderter Weizen gefunden, der ursprünglich von Monsanto entwickelt worden war. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums geht von der Weizensorte keine Gefahr für Menschen aus. dpa/rtr

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