Wirtschaft : Monsanto zieht Anträge auf Genpflanzen zurück US-Konzern reagiert auf Widerstand in Europa

Brüssel - Der US-Agrarkonzern Monsanto zieht sich mit seinem Genpflanzen-Geschäft weiter aus Europa zurück. „Wir werden nicht länger die Zulassung für den Anbau neuer Genpflanzen in Europa verfolgen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Monsanto hatte angesichts des großen Widerstands in der EU in diesem Frühjahr bereits angekündigt, für seine Genpflanzen keine neuen Anbauerlaubnisse mehr zu beantragen. Nun hat sich der US-Agrarkonzern dazu entschieden, auch bestehende Anträge weitgehend zurückzuziehen.

Nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission liegen derzeit drei Anträge des Unternehmens vor. Hinzu kommt der Antrag auf eine Neuzulassung des Genmaises MON810, den Monsanto aber weiter verfolgen will. Wegen der kritischen Haltung mehrerer EU-Länder gibt es bisher noch keine Einigung über eine Neuzulassung – der Anbau bleibt jedoch bis zu einer endgültigen Entscheidung erlaubt, wenn er nicht wie in Deutschland ausdrücklich verboten wurde.

Kritiker halten die Ankündigung des US-Konzerns für nicht glaubwürdig. „Wir bezweifeln, dass Monsanto tatsächlich seine Eroberungspläne für den EU-Markt aufgibt. Der Konzern hat dafür zu viel in die Entwicklung der Gentech-Pflanzen investiert“, erklärten die Grünen-Politiker Renate Künast und Harald Ebner. AFP

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