Wirtschaft : Montedison: EdF und Fiat dürfen italienischen Stromkonzern kaufen

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Der französische Energiekonzern Eléctricité de France (EdF) und das italienische Automobilunternehmen Fiat können ungehindert die Kontrolle über das italienische Energieunternehmen Montedison und dessen Tochterunternehmen Edison und Sondel übernehmen. Die EU-Kommission hat am Dienstag in Brüssel beschlossen, keine Einwände gegen die Transaktion zu erheben, zu der eigens die Gesellschaft "Italenergia" gegründet worden war. Montedison ist Italiens zweitgrößtes Elektrizitätsunternehmen. Dennoch spielt es auf dem italienischen Energiemarkt eine eher bescheidene Rolle. Nach wie vor beherrscht das ehemalige Monopolunternehmen Enel den Strommarkt. Die Übernahme der Nummer Zwei durch die von mehreren Kaufinteressenten gegründete, aber von Fiat kontrollierte "Italenergia" werde sich deshalb nicht negativ auf den italienischen Elektrizitätsmarkt auswirken, stellen die EU-Wettbewerbshüter fest.

Kritisch werde die Situation erst dann, wenn die EdF über die Italenergia auf Montedison mehr Einfluss zu gewinnen suche, heisst es warnend in Brüssel. Auf Druck der EU-Kommission hat sich der Anteilseigner EdF deshalb freiwillig auf zwei Prozent der Stimmrechte bei Italenergia beschränkt. Sollte die EdF jedoch in der Zukunft versuchen, seine Position dort auszubauen, dann müsse man den ganzen Fall neu aufrollen und neu entscheiden, kündigten die EU-Wettbewerbshüter schon vorsorglich am Dienstag an. Kritiker hatten zuvor geargwöhnt, der EdF-Konzern - Europas größter staatseigener Energiekonzern - nutze seine Vormachtstellung auf dem französischen Strommarkt aus, um im Ausland auf Einkaufstour zu gehen. So ist EdF mit Zustimmung aus Brüssel bei der Energie Baden-Württemberg (EnBW) eingestiegen.

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