Wirtschaft : Motorola baut den Standort Berlin aus

BERLIN (mot). Der Motorola-Konzern wird in Berlin 40 Mill. DM für den Bau eines neuen Fertigungs- und Verwaltungsgebäudes investieren. Auf einem Gelände von 29 000 Quadatmetern und einer Nutzfläche von 16 000 Quadratmetern sollen auf dem Borsiggelände in Tegel rund 500 Mitarbeiter beschäftigt werden, die heute noch am alten Motorola-Standort in Spandau arbeiten. Ende des kommenden Jahres soll das neue Gebäude eingeweiht werden. Das Land Berlin fördert die Ansiedlung mit einem Investitionszuschuß aus Gemeinschaftsaufgabe-Mitteln in Höhe von 15 Mill. DM.

Wie der Vorsitzende der Geschäftsführung der Motorola GmbH, Norbert Quinkert, am Montag erklärte, ist die Investition nötig, weil Motorola europaweit verschiedene Projekte im Bereich des professionellen Betriebsfunks sowohl für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) als auch für kommerzielle Nutzer realisiere. Erst im März habe man einen Millionenauftrag des Telekommunikationsunternehmens Dolphin zur Errichtung eines deutschlandweiten Netzes erhalten. Der Technologiekonzern wolle in Berlin auch in Zukunft investieren und von der Spree aus seine Bündelfunk-Aktivitäten steuern. Das Borsiggelände biete sich als neuer Standort an, weil im benachbarten Technologie- und Gründerzentrum inzwischen eine Vielzahl kleinerer Softwarefirmen arbeite, mit denen man kooperieren werde.

Im September 1997 hatte die Motorola GmbH in Berlin den ehemaligen Betriebsfunkbereich der Bosch Telecom GmbH erworben und den Standort Spandau zum zentralen Ort für Forschung, Entwicklung und Produktion von Tetra-Geräten und Systemen ausgebaut. "Berlin soll das Tetra-Kompetenzzentrum werden, von dem aus Motorola den gesamten europäischen Markt bedienen wird", sagte Eike Bär, Geschäftführer der Motorola GmbH und General Manager Europe des Konzerns.

Zusammen mit der BVG erprobt Motorola derzeit außerdem sogenannte Smartcards für den berührungslosen Zugang zum öffentlichen Nahverkehr. Dieses in Europa einmalige Pilotprojekt sei im Konzern als Durchbruch für die internationale Vermarktung der Technologie gefeiert worden, sagte Quinkert. Motorola habe dem Projekt zahlreiche Anschlußaufträge zu verdanken.

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