Motorsport : Das Rennen um das große Geld

Während die Fahrer der Formel 1 ihre Runden fahren, dreht sich um sie herum ein Karussell aus Geld und Macht.

TV-Rechte
TV-RechteFoto: dpa

Am Laufen hält es vor allem einer: Bernie Ecclestone. Der 80-Jährige legt fest, wo die Rennen stattfinden, er verhandelt die Verträge mit den Veranstaltern, er entscheidet, welcher TV-Sender die Bilder ausstrahlen darf. Ecclestone kontrolliert die Formel 1 . Dabei hat er die Rechte daran eigentlich schon vor zehn Jahren verkauft.

1977 erwirbt Ecclestone vom Automobil-Verband FIA für 100 Jahre die Fernseh- und Werberechte an der Rennserie. Er gründet das Unternehmen Formula One Management. 2000 verkauft Ecclestone das Unternehmen für 3,3 Milliarden Mark an EM.TV. Als die Firma, an der auch Leo Kirch beteiligt ist, pleite geht, fällt die Formel 1 in die Hände der Banken. 2006 übernimmt der Finanzinvestor CVC Capital Partners die Mehrheit der Anteile und organisiert sie in einer Dachgesellschaft namens Delta Topco. Vorsitzender wird – natürlich – Bernie Ecclestone. Doch mittlerweile sind die Rechte durch so viele Hände gegangen, dass sich kaum noch sagen lässt, wem die Formel 1 tatsächlich gehört. Sie liegen zerstückelt in vielen unterschiedlichen Unterfirmen mit eigenen Besitzern. Vor allem Ecclestones Name taucht darunter immer wieder auf.

Lange hieß es, die Millionen aus dem Geschäft mit der Formel 1 würden zum Großteil auf Ecclestones eigenem Konto landen; immerhin wird sein Vermögen auf zwischen zwei und drei Milliarden Euro geschätzt. Doch die Rennställe haben mittlerweile an Macht gewonnen. Rund 50 Prozent der gesamten Einnahmen aus der Vermarktung fließen an sie; früher war es nur die Hälfte der Umsätze aus den TV-Rechten.

Wie hoch die Einnahmen im Detail sind, darüber gibt es keine genauen Zahlen. Nur Schätzungen wie die vom Branchendienst Formula Money. Fast eine Milliarde Euro Umsatz bringt die Formel 1 demnach. Jeweils 368 Millionen Euro kommen aus den Einnahmen aus den TV-Rechten und von den Gebühren, die die Veranstalter zahlen, um die Grand Prix austragen zu dürfen. Den Rest machen vor allem Sponsorenverträge und Lizenzverkäufe aus, etwa für Videospiele. Hinzu kommen spezielle Angebote wie die Paddocks – Vip-Logen, in denen die Besucher die Wettkämpfe ganz nah an der Rennstrecke verfolgen können und dabei Champagner trinken. Kosten: Mehrere tausend Euro pro Ticket. Außerdem verdient die Formel 1 an Bandenwerbung und Merchandising: Spielzeugautos, Regenschirme und Basecaps gibt es im Shop zu kaufen – eben alles, worauf sich das Formel-1- Logo drucken lässt. Laura Höflinger

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