MP3-Downloads : Musik-Boom im Internet

Der Online-Musikmarkt wird laut einer Studie in den nächsten Jahren weiter kräftig wachsen. Doch um die Verluste beim CD-Verkauf zu kompensieren, müsste die Industrie das Potenzial besser ausschöpfen.

Berlin - Wie aus einer Studie der Medienforschungsinstitute Screen Digest und Goldmedia hervorgeht, wird der Umsatz mit heruntergeladener Musik in diesem Jahr in Westeuropa ein Volumen von 280 Millionen Euro erreichen. Die Kunden von Musikportalen wie iTunes, musicload und Napster würden damit mehr als doppelt so viel für heruntergeladene Lieblingssongs ausgeben wie im vergangenen Jahr. Für das Jahr 2010 rechnen die Institute mit einem Marktvolumen von 1,1 Milliarden Euro.

Erst zu diesem Zeitpunkt werde das Online-Geschäft dann aber auch in der Lage sein, die drastischen Umsatzeinbußen der Musikindustrie beim CD-Verkauf zu kompensieren, heißt es in der Studie. Deutschland ist nach Großbritannien der zweitstärkste europäische Online-Musikmarkt. Für 2010 werden in Deutschland von den beiden Instituten Umsätze von 274 Millionen Euro vorausgesagt.

Das Wachstum des Download-Geschäfts werde vor allem von der Zunahme der Breitbandanschlüsse und der wachsenden Popularität der tragbaren MP3-Player getrieben, stellt die Untersuchung fest. Die Zahl der tragbaren Musik-Player werde von 29 Millionen zum Ende des vergangenen Jahres auf mehr als 80 Millionen im Jahr 2010 zunehmen.

Die Studie empfiehlt der Musikbranche, die veränderten Bedürfnisse der Konsumenten ernst zu nehmen, um ihre Umsatzeinbrüche der vergangenen Jahre auszugleichen. Die Misere lasse sich nicht allein mit der Piraterie erklären, zumal Daten des Internationalen Musikverbandes IFPI darauf hindeuteten, dass das illegale Kopieren abnehme. Vielmehr müsse die Industrie das Potenzial des Online-Geschäfts stärker ausschöpfen, dann könne sie im Jahr 2010 "das Schlimmste überstanden haben", betonten die Autoren der Studie. (tso/AFP)

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