Wirtschaft : MTU Aero Engines: Airlinegeschäft hilft

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Die zum Stuttgarter Daimler-Chrysler-Konzern zählende MTU Aero Engines GmbH, München, steht vor ihrem fünften Rekordjahr in Folge. Im Gegensatz zum Vorjahr werde 2001 der Gewinn überproportional zulegen, kündigte das Management vor Journalisten in München an. Zugleich würden die Wachstumsraten aber nicht mehr die des Vorjahres erreichen, wo der Umsatz um gut ein Fünftel auf 4,1 Milliarden Mark und der operative Gewinn um 13 Prozent auf knapp 300 Millionen Mark gestiegen waren. Große Teile davon waren jedoch währungsbedingt. MTU legt ab sofort auch keinen Geschäftsbericht mehr vor.

Dabei bräuchte der Triebwerksbauer sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Nach dem Rekordjahr 2000 rechnet Steffens auch in den kommenden Perioden kontinuierlich mit profitablem Wachstum. Indiz dafür sind die 2000 um gut die Hälfte auf 4,7 Milliarden Mark erhöhten Auftragseingänge. Die kräftigsten Impulse sollen aus dem globalen Ausbau des Wartungsgeschäfts für Ziviljets kommen, das schon ein Viertel aller Umsätze beisteuert. Im Vorjahr habe MTU den entsprechenden Weltmarktanteil von 3,8 auf 5,0 Prozent ausgebaut und sei damit Branchenführer. Bis 2005 soll diese Quote knapp sieben Prozent betragen. Das komme der Belegschaft zugute, die nach einem vorjährigen Aufbau von knapp 300 Stellen vor allem in Hannover und Ludwigsfelde auf konzernweit 7162 Mitarbeiter nun weiter aufgestockt werde. Im Inland profitiere davon vor allem der brandenburgische Standort Ludwigsfelde, dessen Belegschaft bis 2010 um etwa 600 Personen auf 1000 Mitarbeiter steigen soll, kündigte Steffens an.

International will er für das Wartungsgeschäft in Thailand oder Indonesien und in Australien neue Standorte gründen, um dann nach dem vorjährigen Aufbau von Filialen in China und Brasilien ein flächendeckendes Servicenetz zu haben. Die Wartung sei mit dem Ersatzteilgeschäft zusammen ein stabilisierendes Element gegen traditionell starke Schwankungen in der Triebwerksfertigung, begründete Steffens diese Stoßrichtung und kündigte zugleich binnen vier Jahren auch einen neuen Fertigungsstandort in Asien an. Er glaubt, dass 2002/03 der noch boomende Markt für Zivilflugzeuge ein Plateau erreicht, das Neugeschäfte schwieriger macht. Harter Wettbewerb herrscht bereits bei Triebwerken für den Riesenairbus A 380, der vorerst nur mit Turbinen des MTU-Konkurrenten Rolls Royce bestellt worden ist. Die Briten werden von ihrer Regierung mit einer dreiviertel Milliarde Mark gefördert, was es erlaube, Rabatte von bis zu 95 Prozent zu bieten. Noch habe das MTU-Großtriebwerk GP 7000 aber Chancen, in künftigen Jets vom Typ A 380 eingebaut zu werden, hofft Steffens, der mit der Berlin über ausgleichende Subventionen reden will. Zudem warnte er mit Blick auf den militärischen Flugzeugbau vor einer Isolierung Deutschlands in Europa. Französische und britische Firmen würden bereits Studien für einen Nachfolger des Eurofighters erstellen, von denen MTU mangels eines Bekenntnisses der Bundesregierung ausgeschlossen sei. Einen Börsengang oder Verkauf von MTU durch Daimler-Chrysler schloss Steffens aus.

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