Wirtschaft : MTU bringt Daimler-Chrysler hohen Profit

Kommende Woche soll der Motorenhersteller an schwedischen Investor verkauft werden

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Stuttgart - Der Verkauf der Daimler- Tochtergesellschaft MTU Friedrichshafen an den Finanzinvestor EQT steht so gut wie fest. Nach Informationen aus Finanzkreisen verkauft der Autokonzern den Dieselmotorenhersteller voraussichtlich für 1,5 Milliarden bis 1,7 Milliarden Euro an die Tochter der schwedischen Wallenberg-Gruppe. Ein Vorvertrag sei bereits geschlossen. Schon kommende Woche soll der Deal abgeschlossen sein. Offiziell habe das Thema auf der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Dienstag keine Rolle gespielt, hieß es. „Es ist zu 99 Prozent entschieden, das EQT offensichtlich als Investor ausgewählt worden ist“, bestätigte aber MTU-Aufsichtsratsmitglied Lilo Rademacher.

Mit dem Verkaufserlös will Daimler die Sanierung der Automarke Smart vorantreiben und die Streichung von 8500 Stellen finanzieren, die mit etwa 950 Millionen Euro zu Buche schlägt. Die Schweden hatten ihre Offerte zuletzt deutlich aufgestockt. Der Kaufpreis liegt jedoch klar unter der in Branchenkreisen spekulierten Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Der Autohersteller und der Finanzinvestor lehnten einen Kommentar zu den Informationen ab. Auch der zuständige Daimler-Vorstand Rüdiger Grube kommentierte am Dienstag auf der Aufsichtsratssitzung von MTU den Stand der Verhandlungen nicht. Offiziell wird erklärt, dass der Dieselmotorenhersteller nicht mehr zum Kerngeschäft des Autokonzerns gehöre.

„Man kann davon ausgehen, dass EQT kräftig investieren wird, um Wachstum zu schaffen“, hieß es aus dem Umfeld der Verhandlungen. So wollen die Schweden laut Unternehmenskreisen in die Entwicklung einer geplanten neuen Motorenbaureihe von MTU rund 100 Millionen Euro investieren, die rund 300 Arbeitsplätze schaffen würde und deren erste Produkte 2009 vom Band laufen sollen. Demnach plant EQT, erst 2011 wieder bei MTU auszusteigen und das Unternehmen an die Börse zu bringen.

Daimler konzentriert sich mit dem Verkauf des Dieselmotorenbauers weiter auf das Autogeschäft. Der Milliardendeal steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. EQT setzte sich nach Einschätzung von Branchenkennern gegen den US-Finanzinvestor Kohlberg, Kravis and Roberts durch, weil das Unternehmen das Wohlwollen der MTU-Belegschaft genoss, die sich explizit gegen KKR ausgesprochen hatte. HB/dpa

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