Wirtschaft : MTU könnte Mitte 2005 an die Börse Gewinn ermöglicht Schuldenabbau

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München Der Triebwerkhersteller MTU Aero Engines wird schneller als erwartet börsenfähig. „Wir bereiten uns vor, bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit an die Börse zu gehen“, sagte MTU-Finanzchef Reiner Winkler dem Handelsblatt. „Mit den Vorbereitungen werden wir bis Mitte 2005 fertig sein."

Ob MTU früher als 2006, dem ursprünglich im Programm „Impact 100“ avisierten Jahr, an die Börse gehen wird, bestimmt aber der Eigentümer Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR). Das Beteiligungsunternehmen hatte den weltweit fünftgrößten Triebwerkhersteller von Daimler-Chrysler vor einem Jahr für 1,5 Milliarden Euro übernommen.

Vor dem möglichen Börsengang will das Unternehmen seine Verschuldung, die aus der Übernahme resultiert, noch weiter abbauen. Nach 130 Millionen Euro im Oktober hat MTU jetzt weitere 70 Millionen Euro vorfristig getilgt. Das Unternehmen wird nach Winklers Angaben am Jahresende nur noch 185 Millionen Euro Bankschulden sowie Schuldverschreibungen in Höhe von 275 Millionen Euro zu bedienen haben. Dadurch habe sich die jährliche Zinslast um zwölf Millionen Euro reduziert.

„Der Schuldenabbau wurde möglich durch das erfolgreiche Ersatzteilgeschäft und die höher als geplant ausfallenden Kostensenkungen von 80 Millionen Euro“, sagte Winkler. Bis 2006 will MTU die Kosten um 100 Millionen Euro gesenkt haben. Der sozialverträgliche Abbau von 1000 Stellen bis 2006 verlaufe planmäßig.

Von Januar bis September steigerte MTU das operative Ergebnis auf 130,2 (Vorjahr: 19,4) Millionen Euro. Unter dem Strich ergab sich ein Gewinn von 90,6 (Vorjahr 12,9) Millionen Euro. Der Umsatz sank wegen des schwachen Dollarkurses um zwei Prozent auf 1,39 Milliarden Euro. Für 2004 rechnet Winkler mit einem Umsatz um 1,97 Milliarden Euro. mwb (HB)

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