Wirtschaft : MTU: Triebwerkshersteller sucht Anschluss in Europa - Wunschpartner Schweden und Italiener

tmh/du

Der zum Stuttgarter DaimlerChrysler-Konzern zählende Triebwerksherstellter MTU wandelt auf den Spuren der DaimlerChrysler Aerospace (Dasa). Wie seine Noch-Mutter sucht auch die Münchner MTU GmbH den europäischen Schulterschluss. Als Wunschpartner für eine enge Kooperation bis hin zur Kapitalverflechtung nennt der neue Firmenchef Klaus Steffens Volvo Aero Engines aus Schweden und die italienische Fiat Avio. Bei der Gründung der EADS bleiben die Münchner dagegen außen vor. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen hätte eine Einbeziehung der MTU die ohnehin schon von Frankreichs Aérospatiale Matra zu leistende Ausgleichszahlungen an Daimler-Chrysler um mehrere Milliarden Mark erhöht. Zum anderen bringen weder Aérospatiale Matra noch Spaniens Casa einen eigenen Triebwerkshersteller mit in das EADS-Bündnis. Damit wäre die MTU dort ein Fremdkörper und ihre künftige Entwicklung problematisch gewesen. Nur der Ex-MTU-Chef und neue Dasa-Vorstandsvorsitzende Rainer Hertrich wechselte als Spitzenmanager zur EADS.

Der Triebwerksbauer und sein künftiger Stuttgarter Mutterkonzern, an den die MTU künftig direkt angegliedert wird, stehen vor schwierigen Verhandlungen, soll die Brücke zu Volvo oder Fiat geschlagen werden. Grund dafür ist die strategische MTU-Partnerschaft mit dem US-Triebwerksbauer Pratt & Whitney, an der schon Mitte der 90er Jahre ein Zusammenschluss mit der damaligen BMW Rolls-Royce GmbH gescheitert war. Im zivilen Triebwerksbereich ist die MTU, vertraglich gesichert, bevorzugter Partner der Amerikaner. Im Falle einer europäischen Konsolidierung im Triebwerksbau müsste Pratt & Whitney also zustimmen.

Wie am Donnerstag auf der Ila mitgeteilt wurde, hat MTU mit der Entwicklung eines neuen Hochdruckverdichters für künftige zivile Flugzeugtriebwerke begonnen. Das Gerät HDV 22 wird für Triebwerke im Mittel - und Langstreckeneinsatz ausgelegt und soll besonders leistungsstark sein.

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