Wirtschaft : MTU-Verkauf geht in die heiße Phase Gericht stoppt Veräußerung vorerst

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Stuttgart Im Streit um den milliardenschweren Verkauf von MTU Friedrichshafen hält der Mehrheitseigner Daimler-Chrysler trotz gerichtlicher Bestätigung der Veto-Rechte der Familiengesellschafter an seiner Verkaufsstrategie fest. Das Landgericht Ravensburg hatte dem Autokonzern per Eilentscheidung verboten, bei der Gesellschafterversammlung am Donnerstag Beschlüsse zur Veräußerung des Geschäftsbetriebs zu fassen. Diese würden das Vetorecht der Familiengesellschafter umgehen, erklärte das Gericht zur Begründung. Daimler-Chrysler betonte am Donnerstag, das Gericht habe auch das Recht des Mehrheitseigentümers bejaht, das Unternehmen über ein Liquidationsverfahren zu verwerten.

Daimler-Chrysler will MTU nicht zerschlagen, sondern als Ganzes an einen Investor veräußern. Die von Daimler-Chrysler geplante Übertragung des gesamten operativen Geschäftsbetriebs auf eine neue Gesellschaft ist gegen den Widerstand der Familien jedoch nicht durchsetzbar. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen sollte die Gesellschafterversammlung auf jeden Fall stattfinden. Inzwischen hat es ein Schlichtungsgespräch gegeben. Eine einvernehmliche Lösung sei in greifbare Nähe gerückt, sagte Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin dem „Handelsblatt“. Details nannte er nicht. Eine gemeinsame Erklärung noch am Donnerstag sei möglich.

Daimler-Chrysler hält 88 Prozent an MTU, die Familien Schmid-Maybach und Brandenstein-Zeppelin gemeinsam zwölf Prozent. Die Anteile einzelner Familienmitglieder liegen zwischen 0,001 und 2,4 Prozent. Zu den bisherigen Interessenten an MTU gehören die US-Gesellschaft Carlyle und der Maschinen- und Fahrzeugbaukonzern MAN. Zwischen Daimler-Chrysler und den Familiengesellschaftern wird seit Monaten über den geeigneten Käufer gestritten. Die Familien verhandeln mit dem US-Finanzinvestor Carlyle. Daimler-Chrysler will aber mit mindestens zwei Bietern verhandeln und favorisiert den Münchner MAN- Konzern. dpa

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