Wirtschaft : MTV will im Internet wachsen

Berlin - Die Sendergruppe MTV Networks will keine weiteren Fernsehsender kaufen, dafür aber ihre Aktivitäten im Internet weiter ausbauen. Das sagte Geschäftsführerin Catherine Mühlemann am Mittwoch in Berlin. „Mit vier Kanälen ist unser Portfolio abgeschlossen.“ Zu MTV Networks Germany gehören die Musiksender MTV und Viva, sowie der Kinderkanal Nick und seit Januar diesen Jahres der Comedy-Sender Comedy Central. „Der nächste Schritt ist der Ausbau unserer digitalen Plattformen“, sagte Mühlemann – im Internet, auf dem Handy und im Bezahlfernsehen. Dazu werde die Vermarktungsagentur VBS Interactive gegründet. Ab Anfang kommenden Jahres sollen Inhalte von MTV Networks auch über iTunes, das Musikportal von Apple, verkauft werden. In den USA und England gibt es diese Kooperation bereits.

Derzeit erwirtschafte MTV Networks bereits rund zehn Prozent seiner Erlöse im digitalen Geschäft. Dieser Anteil sei in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Da das Geschäft aber insgesamt wachse, lege das Online-Geschäft jährlich um einen Prozentsatz „im höheren zweistelligen Bereich“ zu. Die US-Muttergesellschaft Viacom verlangt für das Gesamtgeschäft ein Umsatzplus von zehn bis 15 Prozent pro Jahr. Mitte kommender Woche geht der überarbeitete Internetauftritt von MTV online. „Es wird eine Reihe neuer Funktionen und Anwendungen geben“, sagte Mühlemann. So sollen die Nutzer künftig auch mehr eigene Inhalte auf die Seite stellen können. Außerdem soll das Videoangebot von MTV-Overdrive in die Webseite integriert werden.

2004 zog MTV von München nach Berlin. Damals mit 100 Mitarbeitern. Heute sind es 300. „Im Moment ist das unser erfolgreichstes Jahr“, sagte Mühlemann. „Unsere Strategie geht auf.“ Lediglich Comedy Central habe die Gewinnzone noch nicht erreicht. Das werde frühestens in drei Jahren so weit sein. vis

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