Wirtschaft : Mühl gegen Zerschlagung

Mit einem neuen Konzept will der zahlungsunfähige Baudienstleister Mühl aus Kranichfeld (Thüringen) eine Zerschlagung des Unternehmens vermeiden und einen Großteil der Arbeitsplätze retten. Der Vorstand rechnet nach dpa-Informationen damit, dass mindestens 3000 von 3800 Arbeitsplätzen erhalten bleiben können. Derzeit führten eine Investmentfirma und eine Unternehmensberatung Gespräche mit potenziellen Investoren, teilte die börsennotierte Firma am Montag mit. "Ich will nicht ausschließen, dass es mehr als einen Investor gibt", sagte ein Sprecher. Die Mühl AG hatte am Donnerstag beim Amtsgericht Erfurt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

"Ich vertraue darauf, dass die Banken, die Politik und der Insolvenzverwalter die Mühl AG als Ganzes erhalten, weil nur dieser Weg das Unternehmen wieder in die Gewinnzone bringt und damit auch die größtmögliche Zahl von Arbeitsplätzen sichert", sagte Vorstandschef Thomas Wolf. Am kommenden Donnerstag will der Vorstand den Gläubigerbanken das Konzept vorlegen, mit dem einer der größten ostdeutschen Konzerne gerettet werden soll. "Unser Konzept bringt den Banken den größtmöglichen Vorteil", sagte der Mühl-Sprecher.

Die Investmentfirma equinet AG und die Beratungsfirma Corporate Value Associates wollen Investoren gewinnen. Vorstandschef Wolf hatte zuvor, er habe einen Finanzinvestor gefunden, der bereit sei einzusteigen. Zugleich zeigte sich Wolf bereit, sein Privatvermögen in Mühl zu investieren. Der Vorstand geht davon aus, dass auch eine Analyse der Beratung Deloitte & Touche zum Ergebnis kommt, dass die Mühl AG fortgeführt werden kann. Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster (CDU) will bei der Suche nach einer Nachfolgelösung vermitteln.

Mühl handelt mit Baustoffen und stellt Logistik bereit. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten des Unternehmens arbeitet in den Neuen Bundesländern.

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