Wirtschaft : Mühl wächst gegen den Trend am Bau

BERLIN (fbe).Der thüringische Baustoffhändler und -dienstleister Mühl AG hat zum Ende des dritten Quartals 1998 bereits das Umsatzvolumen und Konzernergebnis des Vorjahres übertroffen.Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Mühl Product & Service AG (Kranichfeld/Berlin), Thomas Wolf, am Dienstag in Berlin.Wie die seit Anfang 1995 an der Börse notierte AG mitteilte, stiegen die Umsatzerlöse von 505,8 Mill.DM im Vorjahr um knapp 43 Prozent auf 721,1 Mill.DM.(Das Geschäftsjahr endete am 30.September.) 55 Mill.DM entfielen davon auf Neuakquisitionen vom dritten Quartal.Der Konzern erhöhte sein Vorsteuerergebnis von 15,7 Mill.DM im Vorjahr leicht auf 15,9 Mill.DM.Damit könne für das gesamte Geschäftsjahr 1998 mit dem Erreichen des geplanten Konzernumsatzes von 900 bis 1000 Mill.DM und einem Ergebnis von 18 bis 20 Mill.DM ausgegangen werden.

Das rasante Wachstum des 1990 in Kranichfeld gegründeten Unternehmens wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus.Wolf teilte mit, daß der Konzern jetzt 1786 Mitarbeiter beschäftige.Bei der Ausschüttung trete man aber auf die Bremse, sagte Wolf.Die in den ersten drei Jahren nach dem Börsengang praktizierte Ausschüttung werde man nicht mehr beibehalten.Für 1998 sei jedoch wie im Vorjahr von einer Dividende von einer DM je Aktie auszugehen.Es müsse ein dem Wachstum angepaßter Wert gefunden werden.

Im kommenden Jahr soll der Umsatz auf 1,25 Mrd.DM steigen.Davon sollen 100 Mill.DM auf neue Firmen entfallen.Bei einer prognostizierten Umsatzrendite von etwa 2,5 Prozent vor Steuern erwartet die AG ein Ergebnis von 30 Mill.DM.Noch nicht berücksichtigt seien erwartete zusätzliche Erträge aus dem Technologiebereich.Im Oktober diesen Jahres schloß die Mühl AG einen Vertrag über Telefondienstleistungen mit der Mobilcom AG.Die Mühl AG bietet ihren Kunden, überwiegend Handwerksbetrieben, jetzt Telefondienstleistungen an.Das Unternehmen plant diesen Sektor zu expandieren.Die Zahl von bisher 1000 Kunden soll 1999 auf 20 000 erhöht werden, kündigte Wolf an.Weiterhin hat das Bautechnologieunternehmen Übernahmen im Visier: Zur Zeit führe man Verhandlungen mit größeren Firmen.Von den 10 000 Unternehmen in der Branche kommt für Wolf jedes zweite Unternehmen für eine Integration in Frage.Neben einem kompletten Kommunikationsservice will Wolf dem Handwerk Finanzierungspakete anbieten.

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