• Münchener Rück, BASF, Dresdner Bank und HypoVereinsbank sind aussichtsreiche Kandidaten für Aufnahme in Euro-Börsenbarometer

Wirtschaft : Münchener Rück, BASF, Dresdner Bank und HypoVereinsbank sind aussichtsreiche Kandidaten für Aufnahme in Euro-Börsenbarometer

Die vier deutschen Firmen Münchener Rück, BASF, Dresdner Bank und HypoVereinsbank haben sehr gute Chancen, in den Aktienindex Euro Stoxx 50 aufgenommen zu werden. Das Börsenbarometer führt Unternehmen aus den elf Ländern der Euro-Zone. Nach eigenen Angaben will die Stoxx Ltd. in gut zwei Wochen über diese Änderungen in dem Index entscheiden. Sollte sie dabei das Hauptkriterium der Marktkapitalisierung, also der Börsenwert der einzelnen Unternehmen, strikt anwenden, sollte der Aufnahme der vier deutschen Gesellschaften nichts mehr im Wege stehen.

Schlechte Aussichten hingegen für die Deutsche Lufthansa: Dem Unternehmen droht der Abstieg aus der höchsten Liga für Börsengesellschaften aus dem Euro-Raum. Schlimmer noch könnte es allerdings die RWE AG treffen, die damit rechnen muss, aus dem Stoxx 50 für Gesellschaften aus Gesamteuropa herausgenommen zu werden. Für die Aufnahme in dieses Barometer bewirbt sich derzeit die Versicherung Münchener Rück als einziger deutscher Aspirant.

Nach dem derzeitigen Stand werden wahrscheinlich sieben Titel sowohl im Stoxx als auch im Euro Stoxx ausgetauscht. Die Hauptrolle für eine Mitgliedschaft in den beiden Indizes spielt nach Angaben der Stoxx Ltd. die Marktkapitalisierung des Unternehmens. Diese wird auf der Grundlage einer Rangliste ermittelt, die die Trägergesellschaft Stoxx Ltd. Ende Juli herausgegeben hatte. Hier werden die finanzkräftigsten europäischen Unternehmen im Markt aufgeführt. Dabei gilt: Je weiter oben eine Gesellschaft auf der Liste zu finden ist, um so besser sind die Chancen, in die Aktien-Indizes aufzusteigen. Die ersten 40 Unternehmen auf der Liste seien "automatisch drin", sagte Stoxx-Vizepräsident Philippe H. Berthoud gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Dagegen fielen alle Aktien-Gesellschaften heraus, die auf Platz 61 und darunter rangierten. Am 19. August werde darüber entschieden, wer in die europäischen Kursbarometer auf- und absteige. Gültig werde die Änderung am 20. September.

Die Münchener Rück belegt mit einem Börsenwert von mehr als 32 Milliarden Euro Rang 22 auf der Liste für den Euro Stoxx. Es folgen aus deutscher Sicht BASF mit Platz 31, Dresdner Bank an Position 36 und Hypovereinsbank an der 39. Stelle. Unter den 40 Größten rangiert auch die Hoechst AG, die jedoch auf Grund der geplanten Fusion mit Rhone-Poulenc wahrscheinlich ohnehin die Aufnahme in das Barometer schaffen werde, hieß es weiter.



Neben den vier deutschen Gesellschaften zählen noch Banco Santander, Sanofi-Sythelabo und Suez Lyonnais des Eaux zu den aussichtsreichsten Kandidaten für den Aufstieg in den Euro Stoxx. Allied Irish Bank, Schneider Electric, Portugal Telekom, Elsevier und die Lufthansa gehören dagegen zu den Gesellschaften, die nach Marktkapitalisierung unterhalb der ersten 60 Plätze rangieren. Da jedoch insgesamt sieben Gesellschaften in den Euro Stoxx drängen, könnten auch Akzo Nobel auf Platz 59 und der italienische Konzern Fiat auf Rang 57 aus dem Index herausfallen, wie es hieß.

"Der Euro Stoxx wird deutscher", beurteilte Achim Matzke von der Commerzbank den voraussichtlichen Aufstieg der vier deutschen Unternehmen in den Euro Stoxx. Zugleich zeige sich, dass die Größe nach Marktkapitalisierung an der Börse zusehends belohnt werde, sagte der Analyst und Index-Experte der Nachrichtenagentur Reuters. So sei der Börsenwert mittlerweile das wichtigste Aufnahmekriterium für die Stoxx-Barometer. Matzkes Einschätzung nach ist eine Aufnahme in die europäischen Börsenbarometer auch eine "Auszeichnung für die Liquidität und Handelbarkeit" einer Aktie. Hinzu komme noch der Imagegewinn für das Unternehmen, betonte der Analyst.

Mit Blick auf die Auswirkungen auf die Aktienkurse der potenziellen Index-Aufsteiger rechnet Matzke mit positiven, aber nicht extremen Veränderungen. Eine Aufnahme sei zwar ein "Sahnehäubchen", aber kein allzu großer Entscheidungsfaktor. So sei etwa der drohende Abstieg der Lufthansa bereits länger bekannt und sollte daher im Kurs bereits enthalten sein.

Auch nach Einschätzung anderer Analysten wird der Auf- oder Abstieg einer Gesellschaft in einen der beiden europäischen Indizes keine extremen Kursschwankungen nach sich ziehen. Zwar würden Fonds-Manager ihre Portfolios entsprechend der neuen Index-Besetzung anpassen. Dies werde die Kurse jedoch nicht außerordentlich ausschlagen lassen. So drohe etwa der RWE sicherlich keine Verkaufswelle, da der Titel zwar aus dem Stoxx 50 herausfallen könnte, jedoch weiterhin im Euro Stoxx gewichtet sein werde, hieß es.

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