Wirtschaft : Münchener Rück: Die Rückversicherung übertrifft die Erwartungen

Die weltgrößte Rückversicherung Münchener Rück hat ihre Prognose für die Beitragseinnahmen nach unerwartet starken Zuwächsen im ersten Halbjahr herauf gesetzt. "Unsere Basis ist grundsolide", sagte der für Bilanzen zuständige Vorstand Jörg Schneider am Donnerstag in München. Bei unveränderten Wechselkursen werden die Beitragseinnahmen im laufenden Jahr um knapp zehn Prozent auf rund 34 Milliarden Euro oder 66,5 Milliarden Mark steigen. Bislang war die Münchener Rück von 33 Milliarden Euro ausgegangen. Der Jahresüberschuss von 1,75 Milliarden Euro im Jahr 2000 solle wie geplant um mindestens zehn Prozent zulegen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das schaffen können", sagte Schneider. Den Aktionären stellte Schneider eine unveränderte Dividende von 1,25 Euro in Aussicht.

Im ersten Halbjahr verdoppelte der Konzern den Überschuss vor allem durch einen Sondereffekt und niedrigere Steuern auf insgesamt knapp 1,3 Milliarden Euro: Rund 550 Millionen Euro davon sind auf die höhere Bewertung der knapp 25-prozentigen Allianz-Beteiligung im ersten Quartal zurückzuführen. Mit dem Ergebnis lag die Münchener Rück deutlich über den Schätzungen der meisten Analysten. Zum frühen Nachmittag legte der Kurs gegen den Markttrend um 1,4 Prozent auf 320,10 Euro zu. "Der einzige Wermutstropfen ist die Tatsache, dass die Münchener Rück die Dividende nicht erhöht hat", sagte ein Händler in Frankfurt.

Anders als von den Experten erwartet steigerte der Konzern auch das Ergebnis aus Kapitalanlagen von 5,0 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro. Allerdings hatte sich die Münchener Rück wie auch andere Versicherungskonzerne wegen des schwachen Börsenumfeldes mit Aktienverkäufen zurück gehalten. Die Beitragseinnahmen des Konzerns stiegen im ersten Halbjahr um rund zwölf Prozent auf 17,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter nahm gegenüber Dezember um rund 1000 auf 37 440 zu.

Auch langfristig strebt die Münchener Rück nach Worten von Schneider einen Gewinnzuwachs von rund zehn Prozent jährlich an. Dazu soll auch die Kooperation mit der Hypo-Vereinsbank beitragen. "Die Arbeit in den acht Projektteams läuft mit Hochdruck", sagte Schneider. Im Zuge der Neuordnung der deutschen Finanzlandschaft stockt die Münchener Rück ihren Anteil an der Hypo-Vereinsbank von gut fünf auf 25,7 Prozent auf.

Außerdem erhöht die Münchener Rück ihren Anteil an der Erstversicherungstochter Ergo von 62,9 auf 91,7 Prozent. Als Folge der Zusammenarbeit soll die Hypo-Vereinsbank künftig exklusiv Versicherungen der Ergo, zu der die Hamburg-Mannheimer, DAS, DKV und Victoria gehören, vertreiben. Im Gegenzug der Ergo-Außendienst Finanzprodukte der Hypo-Vereinsbank vertreiben. Eine vollständige Übernahme der Hypo-Vereinsbank sei nicht beabsichtigt, sagte Schneider.

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