Wirtschaft : Münchener Rück sortiert ihre Beteiligungen

Tauschgeschäfte mit Allianz / Berlinische Leben vor Verkauf

MÜNCHEN (tmh).Die Münchener Rückversicherungs-AG und ihr Schwesterkonzern Allianz AG stehen erneut in Verhandlungen zum Austausch von Beteiligungen.Davon betroffen seien der künftig zweitgrößte deutsche Erstversicherer Ergo, die Allianz Lebensversicherungs-AG, der US-Rückversicherer American Re und die Allianz of America, sagte der Vorstandschef der Münchener Rück, Hans-Jürgen Schinzler, auf der Hauptversammlung in München.Er schielt auf weitere Anteile an Ergo sowie der American Re und bietet im Gegenzug Aktien der Allianz of America sowie der Allianz Leben.Eine Entscheidung stehe noch aus. An der vor dem Start stehenden Ergo ist die Münchener Rück bereits zu gut 54 Prozent beteiligt.Die Allianz wird daran über 10 Prozent halten."Auf Dauer ist es nicht sinnvoll, daß diese Beteiligung bestehen bleibt", sagte Schinzler zum Allianz-Anteil.Zwischen beiden Konzernen gebe es Gespräche mit dem Ziel, die Allianz-Anteile zumindest teilweise an die Münchener Rück abzutreten.Es sei aber auch möglich, daß sich die Allianz über die Börse davon trenne. Zudem interessieren den Rückversicherer die sechs bis sieben Prozent, die die Allianz an der American Re hält, wie Ergo eine Mehrheitsbeteiligung der Münchener.Dagegen verrechnen will Schinzler offenbar die 15,6 Prozent die der Rückversicherer an der Allianz of America besitzt sowie Teile der 44,5 Prozent die er an der Allianz Leben hält.Ein "nennenswerter" Abbau dieser 44,5 Prozent mit einem Marktwert von rund 4 Mrd.DM sei aber nicht denkbar, sagte Schinzler.Beide Münchner Konzerne stünden ferner zusammen in Verhandlungen zur Abgabe ihrer Anteile an der Berlinische Lebensversicherung AG, Berlin/Wiesbaden.Dafür gebe es mehrere Interessenten.Die Rückversicherung hält daran 64 Prozent, die Allianz 30 Prozent. Zugleich kündigte Schinzler für die laufende Periode 1997/98 (zum 30.Juni) die sechste Dividendenerhöhung in Folge an.Im zweiten Halbjahr 1998 legt der Rückversicherer ein Rumpfgeschäftsjahr ein, weil er ab 1999 die Rechnungsperiode mit Billigung seiner Aktionäre auf das Kalenderjahr umstellt.Auch für dieses Rumpfgeschäftsjahr werde das Niveau der Ausschüttung beibehalten, sagte Schinzler den Aktionären.Für deren Kritik am Ausmaß der jüngsten Dividendenerhöhung um zehn Pfennig auf 1,70 DM je Aktie zeigte er Verständnis.Aktionäre forderten indessen für 1997/98 eine prozentual zweistellige Dividendenerhöhung oder eine Kapitalerhöhung mit attraktiven Bezugsrechten.Letzteres schloß Schinzler auf Sicht aus.

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