Wirtschaft : Münchener Rück will 2004 Verluste beenden

Konzern erwartet besseres Ergebnis und bekennt sich zur Tochter Ergo

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Düsseldorf/München (cbu/cd/HB). Die Münchener Rück AG, der größte Rückversicherer der Welt, ist optimistisch. Für 2004 rechne er mit einem Nettogewinn von zwei Milliarden Euro, sagte ControllingVorstand Jörg Schneider. „Wir sind gut gerüstet für weiteres Wachstum“, kündigte er am Mittwoch in München an. Für 2003 meldet die Münchener Rück noch ein Minus von 434 Millionen Euro. Das ist der erste Verlust seit 1906, als ein verheerendes Erdbeben in San Francisco den Rückversicherer traf. Ohne die Umstellung auf neue IAS-Bilanzierungsstandards würde das Minus sogar bei 900 Millionen Euro liegen. Die Dividende soll trotz des Verlustes unverändert bei 1,25 Euro bleiben.

„Mit dem Verlust in 2003 ziehen wir einen Schlussstrich unter drei schwere Jahre, die vor allem von der Börsenbaisse geprägt waren“, sagte Schneider. Die Nachwirkungen der schwachen Börsen seien nun ausgestanden. Schneider rechnet vor, dass nun wieder knapp sieben Milliarden Euro an Bewertungsreserven in den Büchern stehen. Zudem verbesserte sich das Eigenkapital merklich, auch durch die vier Milliarden Euro Kapitalerhöhung aus dem vergangenen Jahr.

Der Konzern gab außerdem am Mittwoch ein klares Bekenntnis zur Erstversicherungstochter Ergo ab. „Die Münchener Rück steht zu Ergo, ohne Wenn und Aber“, sagte Schneider. In den vergangenen Monaten war über die Zukunft der stark defizitären Konzerntochter mit den Gesellschaften Victoria, Hamburg-Mannheimer, DAS und DKV spekuliert worden. Ein Verkauf ist nun vom Tisch.

Die Börse honorierte den Ausblick. Die Münchener-Rück-Aktie gehörte am Mittwoch mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent auf 91,40 Euro zu den großen Gewinnern im Dax. Die Zahlen seien nur auf den ersten Blick schlecht, teilten etwa die Analysten der DZ Bank mit. Der Verlust für 2003 lag zwar höher als allgemein erwartet. Das operative Geschäft laufe aber gut. Insgesamt liegt der operative Gewinn bei zwei Milliarden Euro – besser als geschätzt.

Allerdings blieb die Branche 2003 auch von verheerenden Naturkatastrophen verschont. Besonders gut läuft derzeit das Rückversicherungsgeschäft. Das Ergebnis verhagelte wie bereits erwartet erneut der Erstversicherer Ergo, der wieder einen Milliardenverlust einfuhr. Dazu kommen auch hohe Abschreibungen. Alleine der Milliardenverlust der HVB, an der die Münchener Rück noch mit über 25 Prozent beteiligt ist, geht mit einem Minus von 700 Millionen Euro in die Bilanz des Versicherers ein. Und schließlich belastet ein sehr hoher Steueraufwand von 1,8 Milliarden Euro.

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