Wirtschaft : Multimedia, Kirch und Sat-1-Senderfamilie regen die Fantasie an

pbs

Pro Sieben hat nach den Kursverlusten im Februar mit neuen Strategien die Fantasie der Analysten erneut beflügelt. Die Investmentbanken Salomon Smith Barney und Merrill Lynch empfehlen die Aktie als Kauf. Der Kurs der Aktie könne innerhalb der kommenden 12 Monate auf 190 Euro steigen, schreibt Salomon Smith Barney in einer aktuellen Studie. Bescheiden optimistisch gibt sich Oliver Rupprecht von M. M. Warburg mit einem Kursziel von 150 Euro.

"Die Fusion CLT-Ufa mit der britischen Pearson wird kaum Einfluss auf die Entwicklung der Pro-Sieben-Aktie haben", ist Isabel Geiger, Analystin bei der DB Bank überzeugt. Die Fusion könnte sogar einen positiven Effekt für Pro Sieben haben: Das Interesse der Investoren an der Medien-Branche werde erneut geweckt. Das wiederum würde den Kursen eher Auftrieb geben, erwartet Geigenberger. Die geplante Sender-Familie mit Sat 1 entfacht bei Friedrich Schellmoser von der HypoVereinsbank Kursfantasie, er empfiehlt Pro Sieben als "Kauf". "Sat 1 und DSF wären inhaltlich eine ideale Ergänzung zum Senderportfolio des Pro-Sieben-Konzerns", sagt der Analyst. Die Senderfamilie könnte Rechte effizienter nutzen und Kosten senken. "Innerhalb der nächsten zwei Jahre kann der Gewinn um 50 Prozent", steigen, beschreibt Schellmoser die Auswirkung der möglichen Einsparungen.

Frank Laser, der ebenso eine Kauf-Empfehlung ausgibt, glaubt, dass sich die Zusammenarbeit mit der Comdirect Bank "extrem erfolgreich" gestalten werde. Mit Comdirect wird derzeit eine gemeinsame Finanzplattform geplant, hatte Pro-Sieben-Chef Urs Rohner im März mitgeteilt. Pro Sieben werde für den redaktionellen Teil verantwortlich sein. Gerade durch den neuen Nachrichtensender N 24 könnten Nachrichten besser verwertet werden, glaubt Laser. Zudem hält Laser eine "substanzielle Beteiligung" von Pro Sieben an der Kirch New Media AG für interessant. Das Unternehmen der KirchGruppe plane, in absehbarer Zeit einen Börsengang und soll die Internetaktivitäten des Konzern voran treiben. "Pro Sieben ordnet seine Geschäftsfelder neu und wird zum Multi-Media-Konzern", beschreibt Laser. Auch M. M. Warburg Analyst Oliver Rupprecht sieht die Internet-Aktivitäten positiv. Dennoch werde auch in den kommenden zwei Jahren weiterhin mindestens 90 Prozent des Umsatzes durch das Fernsehgeschäft erwirtschaftet. Rupprecht schätzt den Gewinn je Aktie auf 2,37 in diesem Jahr und 2,62 für das Jahr 2001. Die Investitionen für den Nachrichtensender N 24 könnten zwar den Gewinn belasten. "Wenn die FAZ-Gruppe aber, wie beabsichtigt, mit einsteigt", so Rupprecht, "kommt ein Teil der Investitionen wieder zurück." Im Februar konnte Pro Sieben einen Marktanteil von 8,6 Prozent auf sich vereinen. Im Dezember waren es dagegen nur 7,9 Prozent.

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