Wirtschaft : Mundpropaganda für Maschinen

Nicole Heißmann

Wenn irgendwo ein Fax aus dem Gerät quillt oder ein Etikettendrucker Strichcodes aufs Papier druckt, sind im Vorfeld häufig die Maschinen der Ihle Maschinenbau GmbH beteiligt. Das Unternehmen von Inhaber Dietmar Strouhal beschäftigt in Berlin-Kreuzberg 17 Mitarbeiter. Sogar vier Azubis bildet der Betrieb zur Zeit aus. Es geht ihm wirtschaftlich gut.

Die Ihle GmbH stellt für die Industrie Präzisionsmaschinen her, die schneiden, wickeln oder schweißen. Hauptgeschäft sind Schneidemaschinen: Sie bringen die empfindlichen Farb-Druckfolien in Faxgeräten und Etikettendruckern auf die richtige Breite. Und die Kunden von Ihle – Gerätehersteller wie IBM, Lexmark oder Sharp – bestellen kräftig: „Wir haben momentan so viele Aufträge, dass wir sogar Überstunden schieben,“ beschreibt Strouhal die aktuelle Lage.

Mit Saisoneffekten habe das übrigens nichts zu tun. Normalerweise lässt das Maschinengeschäft gegen Jahresende eher nach: „Damit liegen wir nach einem etwas mauen Frühjahr regelrecht dem Trend entgegen“, freut sich der 49-jährige Maschinenbaumeister. Er setzt auf Export: „Wir verkaufen 90 Prozent unserer Schneidemaschinen an Gerätehersteller in Fernost und haben uns dort in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Da zählt natürlich auch Kontaktpflege.“ So hat das kleine Unternehmen einen chinesischen Vertreter in Singapur, der sich vor Ort um die Akquise kümmert. Das kurbelt die Mundpropaganda in der überschaubaren Branche an – und zahlt sich aus: Mit einem Jahresumsatz von rund 1,7 Millionen Euro will die Ihle GmbH in diesem Jahr ihre Erlöse von 2001 übertreffen. Schwarze Zahlen schreibt der Betrieb schon jetzt. In diesem Jahr konnte Strouhal sogar zwei Leute einstellen: „Und das sind volle Stellen,“ betont er.

Sein Erfolgsrezept bezeichnet er als „zweigleisig fahren“. Neben dem laufenden Geschäft mit Schneidemaschinen tüftelt Strouhal an Spezialmaschinen für andere Anwendungen, um seiner Firma neue Geschäftsfelder zu erobern: „Wir haben jetzt eine Maschine weiterentwickelt, die Matten für neue Fußbodenheizungen schweißt. Das sind dichte Netze aus Kunststoffröhrchen, in denen warmes Wasser strömt.“ Der Vorteil: Das dichte Geflecht gibt gleichmäßiger Wärme ab, so dass Heizwasser nur noch auf 25 Grad statt auf 40 Grad bei herkömmlicher Technik erwärmt werden muss – das spart jede Menge Energie. Die Maschinen wurden bereits an Kunden in Berlin und Japan verkauft. Nicole Heißmann

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