Wirtschaft : Murdoch kauft Jamba

Für die Mehrheit an der Berliner Klingeltonfirma zahlt der US-Medienkonzern 148 Millionen Euro

Jahel Mielke

Berlin - Der US-Konzern News Corporation, der dem Medienunternehmer Rupert Murdoch gehört, wird 51 Prozent der Anteile am Berliner Klingeltonanbieter Jamba kaufen. Damit gehört News Corporation künftig die Mehrheit an Jamba, der Rest verbleibt beim bisherigen Alleingesellschafter Verisign, gaben beide Unternehmen am Dienstag in Kalifornien bekannt. Als Kaufpreis wurden rund 188 Millionen Dollar (148 Millionen Euro) vereinbart. „News Corporation und Verisign werden ein Joint Venture gründen, in das Verisign Jamba als Gruppe mit einbringt“, sagte der Geschäftsführer des Klingeltonanbieters, Markus Berger-de León, dem Tagesspiegel.

Mit der Übernahme entsteht nach Angaben von News Corporation und Verisign der größte Anbieter für mobile Unterhaltungsdienstleistungen weltweit. Erst 2004 hatte der US-Informationsdienstleister Verisign mit Sitz im kalifornischen Mountain View Jamba übernommen. Jamba beschäftigt in Berlin 520 Mitarbeiter und verkauft Spiele, Logos, Videos und Klingeltöne in 28 Länder. Der Name Jamba soll auch künftig erhalten bleiben.

Der Klingeltonanbieter bewertet den Verkauf positiv. „Wir erwarten durch die Transaktion neue Vertriebskanäle für Jamba und Zugang zu exklusiven Inhalten“, sagte Berger-de León. Neben einem breiteren Zugriff auf Fernsehkanäle unter anderem in Italien und Großbritannien wolle man demnächst Spiele und Klingeltöne bei der Internet-Community „My Space“ anbieten. Erstmalig sei laut Jamba auch der Download von Videos, Logos und Klingeltönen zu der auch in Deutschland beliebten US-Fernsehserie „Die Simpsons“ möglich. Die Serie wird von Murdochs Fernsehsender Fox ausgestrahlt.

Der Verkauf sei für Jamba nicht überraschend gekommen, so Berger-de León. „Das Management war in den Prozess eingebunden.“ Der Jamba-Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass sich der Verkauf positiv auf das Unternehmen auswirken wird. „Wir haben bisher in Berlin neue Arbeitsplätze geschaffen und es gibt keinen Grund, warum wir das nicht auch weiter tun werden.“ Über konkrete Pläne im Umfeld des Einstiegs von News Corporation gab Jamba keine Auskunft.

Der deutsche Anbieter, der im Jahr 2005 einen Umsatz von 527 Millionen US-Dollar erzielte, wird zukünftig zu Murdochs Konzernsparte Fox Mobile Entertainment gehören. Jamba solle nach Berichten des „Wall Street Journal“ Verluste von Murdochs eigenem Handy-Unterhaltungsdienst „Mobizzo“ ausgleichen. Laut der News Corporation wird die bisherige Präsidentin von Fox Mobile Entertainment, Lucy Hood, künftig Chefin des Gemeinschaftsunternehmens mit Verisign. Niederlassungen sind am Sitz von News Corporation in Los Angeles und am Jamba-Hauptsitz in Berlin geplant. News Corporation erwartet, dass alle nötigen Transaktionen bis Ende 2006 abgeschlossen sind. Danach stünde der Zusammenarbeit mit Jamba nichts mehr im Wege. „Der Mobilfunk bietet uns eine herausragende Gelegenheit, mit unseren Inhalten Milliarden von Handybenutzern zu erreichen“, sagte der leitende Geschäftsführer von News Corporation, Peter Chernin, in einer Pressemitteilung.

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