Wirtschaft : Musik im Scheckkarten-Format

Bei Audio-Playern fallen die Preise rapide – gleichzeitig werden sie immer leistungsfähiger

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Ob legal oder illegal – irgendwie, irgendwo muss die aus dem Netz heruntergeladene und auf die ComputerFestplatte gebrannte Wunschmusik ja abgespielt werden, im Wohnzimmer oder unterwegs. Bei Audio-Abspielgeräten gibt es gegenwärtig einen rapiden Preisverfall, vom Mini-Disc- über den MP3-Player bis hin zu DVD-Playern und -Brennern, die auch als CD-Brenner genutzt werden können und teilweise schon unter 100 Euro kosten.

MP3-Player. Beim Online-Shop Amazon finden sich rund 30 verschiedene, reduzierte Audio-Player zum Preis von 35 bis 500 Euro. Einige MP3-Player sind kaum größer als ein Lippenstift. Immer kleiner, immer leichter ist die Devise. Bei Media Markt gibt es diese MP3-Sticks ab 99 Euro, samt USB-Kabel, mit dem die Songs vom PC überspielt werden können. Mit einer vollen Akku-Ladung spielen die Mini-Player bis zu 3,5 Stunden Musik ab, ideal für die Großstadt-U-Bahn und zum Joggen. Man kann die Geräte aber auch an die Stereoanlage anschließen. Die meisten neuen Player speichern mit ihren 20 Gigabyte bis zu 6000 Popsongs. Wegen der vielen „Raubkopierer“ fürchtet die Branche aber eine drohende MP3-Steuer: 25 Dollar Abgabe für jedes verkaufte Gerät. Damit will sich die Industrie angeblich dagegen wehren, dass die Geräte oft nicht ganz legal mit Musik gefüllt werden.

Mobile Festplatten-Player ermöglichen auch von unterwegs den Zugriff auf die gesamte CD-Sammlung. Ausgestattet mit Speichern in Gigabyte-Größe haben die Player Platz für bis zu 16000 Musiktitel, die am Rechner bequem per Mausklick in das MP3-Format umgewandelt und blitzschnell auf die Festplatten geschickt werden. Maßstäbe bei der Leistung und beim Design setzt Apple mit dem formschönen „Ipod“. Die inzwischen auch in einer Windows-Version erhältlichen Player in der Größe zweier Zigarettenschachteln kosten 349 Euro (15 Gigabyte), 449 Euro (20 GB) oder 549 Euro (40 GB). Apple-Chef Steve Jobs stellte vor zehn Tagen den „Ipod mini“ vor, der die Größe einer Visitenkarte hat und über die gleiche Benutzerführung wie seine Vorgänger verfügt. Das Gerät soll voraussichtlich ab April auch in Europa für rund 300 Euro verkauft werden.

Ähnlich ambitioniert beim Design präsentiert sich der kalifornische Festplatten-Hersteller Creative. Die Creative Jukebox „Zen“ kostet aber bei vergleichbarer Leistung deutlich weniger. So hält das mit einer USB-2.0-Schnittstelle ausgestattete Einstiegsmodell 20 Gigabyte Speicherplatz bereit, die 310 Euro kosten. Für 469 Euro bietet Creative das Modell „ Zen Xtra“ an, das stolze 60 Gigabyte zur Verfügung hat.

MD- und CD-Player. Man kann die kopierte Musik aber auch auf herkömmliche CDs brennen (ein Brenner befindet sich in jedem modernen PC oder Laptop) und dann auf CD-Playern abspielen sowie direkt vom Computer oder der Stereoanlage per Audio-Eingang auf die Minidisc (MD) übertragen. Ein Nachteil: Die Lieder werden in Echtzeit überspielt. 60 Minuten Musik aufzunehmen, dauert auch 60 Minuten. Die scheckkartengroßen, multifunktionalen Mini-Disc-Recorder/Player, beispielsweise von Sony oder Panasonic, sind oft genauso preiswert wie MP3-Sticks. In der Regel passen 85 Minuten Musik darauf.

DVD-Recorder/-Player. Das Ende des Video-Rekorders ist nahe. Nachdem die DVD-Spieler schon weit verbreitet sind, kann mit den neuen DVD-Rekordern auch aufgenommen werden. DVD-Rekorder und -Player spielen nicht nur Leih- oder Kauf-Scheiben ab, sondern auch Musik und Filme aus Internet und Computer. Die Fachzeitschrift „Audio-Video-Foto-Bild“ hat gerade zehn Rekorder getestet. Einige enttäuschten bei der Wiedergabe, vor allem der „DMR-E60“ von Panasonic. Testsieger ist ein Gerät von JVC. Die meisten Geräte geben im MP3-Format gespeicherte Musikstücke wieder. Trotzdem könnte sich das Warten auf die nächste DVD-Generation lohnen. 2005 sollen neue DVD-Rekorder und beschreibbare DVDs mit doppelt so viel Speicherplatz (8,5 Gigabyte) auf den Markt kommen – genug Platz für bis zu 16000 Tracks. meh/mot

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