Musikerkennungs-App : Shazam eröffnet Büro in Berlin

Shazam gehört zu den meistgenutzten Apps für das Smartphone. Der Anbieter baut sein Werbegeschäft nun aus und setzt dabei neben Musikidentifikation auf Bilderkennung.

von und Oliver Voss
Von der Musik-, zur Bilderkennung: Shazam will QR-Codes ersetzen
Von der Musik-, zur Bilderkennung: Shazam will QR-Codes ersetzenFoto: null

Shazam wird als vielleicht erste App zum Fernsehstar. In den USA startet Ende des Monats die neue Show „Beat Shazam“. Die Kandidaten müssen darin Songs schneller identifizieren als die populäre Musikerkennungssoftware. Shazam gehört weltweit zu den meistgenutzten Apps für das Smartphone: Mehr als eine Milliarde Nutzer haben das Programm installiert. Eine Million Songs werden allein in Deutschland jeden Tag identifiziert.

Nun will das Unternehmen aus London den Erfolg auch auf die Erkennung von Bildern übertragen. In der Mitte der App prangt prominent ein Kamerasymbol. Damit können Poster oder Verpackungen mit dem Shazam-Logo gescannt werden. Nutzer werden so auf dazugehörige Webseiten der Hersteller gelenkt. In Deutschland nutzt das derzeit eine Versicherung für eine große Werbekampagne. Schon länger kann die App auch bei bestimmten TV-Werbespots aktiviert werden. Doch während dabei auch die Erkennung von Audiosignalen genutzt wird, positioniert sich Shazam mit der Bilderkennung als Alternative zu sogenannten QRCode-Scannern.

Shazam setzt auch auf Augmented-Reality-Funktionen

„Die Nutzer haben angefangen, QR-Codes zu ignorieren“, sagt Shazam-Deutschland-Chef Richard Harless. Denn als sich die schwarz-weißen Pixelquadrate vor einigen Jahren verbreiteten, waren mobile Webseiten noch nicht so gut und populär. Die über QR-Codes verlinkten Inhalte seien daher oft enttäuschend gewesen.

Um das zu ändern, setzt Shazam auch auf Augmented-Reality-Funktionen. Dabei werden die Kamerabilder mit Animationen und anderen virtuellen Inhalten überlagert. Die erste Kampagne dieser Art soll in diesem Monat hierzulande für eine Plattenfirma starten.

Um künftig noch mehr solche Kooperationen zu schließen und das Angebot in Deutschland besser zu vermarkten, hat Shazam am Dienstag ein Büro in Berlin eröffnet. Am Hackeschen Markt werden zunächst fünf Personen arbeiten.

Ursprünglich verdiente Shazam an der Musik: Wenn Nutzer einen erkannten Song kaufen, erhält das Unternehmen eine Provision. Inzwischen sind die Einnahmen aus Werbekooperationen größer als das Musikgeschäft.

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