Musikfirma : Rote Zahlen trotz Mark Medlock

Die Musikfirma 313 Music JWP AG, die frühere Jack White Productions AG, hat für das vergangene Jahr herbe Umsatzverluste und erneut tiefrote Zahlen verbuchen müssen.

BerlinNach der am Freitag mit mehrmonatiger Verspätung veröffentlichten Konzernbilanz ist der Umsatz des Münchner Unternehmens im vergangenen Jahr auf 5,2 Millionen Euro (2006: 11,7 Millionen Euro) gesunken. Der Jahresfehlbetrag lag bei 7,2 Millionen Euro (2006: 8,1 Millionen Euro). Die Aktie reagierte dennoch mit einem Kursplus von 6,15 Prozent auf 0,69 Euro. Die Anleger hatten offenbar mit Schlimmerem gerechnet. Vor einem halben Jahr hatte der Kurs jedoch noch bei 1,20 Euro gelegen.

Für den Umsatzrückgang macht das Unternehmen vor allem das schlechte CD- und DVD-Geschäft verantwortlich. Zudem wird in der Bilanz die amerikanische Tochter Hot JWP Music nicht mehr ausgewiesen, die im Vorjahr noch mit einem Umsatz von 1,3 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Die Ausbuchung der Tochter sowie die weitere Bereinigung von Altlasten hätten die Ertragslage des Unternehmens belastet, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung der 313 Music JWP AG.

Trotz der schlechten Zahlen sieht sich das Unternehmen jetzt jedoch auf einem guten Weg. Mit der Mehrheitsbeteiligung an der 313 Music GmbH, die im Künstlermanagement tätig ist und unter anderem Mark Medlock und Thomas Godoj betreut, sowie der Minderheitsbeteiligung am Konzerveranstalter Manfred Hertlein Veranstaltungs GmbH will der Musikkonzern die Verwertungskette erweitern und rechnet „im laufenden Jahr mit einer soliden Umsatz- und Ergebnisentwicklung“.

Branchenkenner sehen das kritisch. Die Beteiligungen an der 313 Music GmbH, an der Manfred Hertlein GmbH und an dem Plattenlabel Aldaco, das der Konzern 2007 von seinem heutigen Vorstandschef Thomas Stein gekauft hat, haben im vergangenen Jahr keinen Gewinn abgeworfen. Wäre der Erwerb der Unternehmen zum 1. Januar 2007 erfolgt, hätten die Beteiligungen sogar insgesamt einen Verlust von 3,6 Millionen verursacht – bei einem Umsatz von 6,1 Millionen Euro. „Die Beteiligungen sind keine Cash Cows“, warnt Volker Glaser vom Börsenbrief Tradecentre. „Die Zahlen sind schlecht“, meint der Analyst.

Zu denken gibt Glaser auch, dass der Konzern nach der jüngsten Kapitalerhöhung, die vor wenigen Monaten stattgefunden hat, eine weitere Kapitalerhöhung nicht ausschließen will. Auch die Wirtschaftsprüfer der Wisbert-Treuhand weisen in ihrem Testat ausdrücklich auf die Unsicherheiten hin, die mit dem Geschäftsmodell verbunden sind, und gehen auf die Kapitalerhöhung ein. „Ohne weitere Zufuhr von Kapital sieht es düster aus“, sagte Glaser dem Tagesspiegel. Dagegen schließt der Aufsichtsratsvorsitzende und Großaktionär Jürgen Uhlemann eine erneute Kapitalerhöhung aus. Zunächst werde man die vorhandenen Kapitalrückstellungen auflösen, sagte er dem Tagesspiegel. hej

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